Tag 9 – Einmal rund um Main-Orkney

9- Camilla is looking at things

Zur Abwechslung hab ich mal morgens geduscht, um frisch in den Tag zu starten. Ich packte alles zusammen, sprach noch kurz mit den Zeltnachbarn und dann radelte ich los. Der erhoffte Besuch der Scapa-Distelerie zuschlug sich, da sie keine Führungen anbietet :-(
Demnach war mein Ziel war einfach: Einmal um die Orkney(Haupt-)Insel und rechtzeitig zur Fähre wieder zurück. So ging’s ab über Finstown und Evie nach Stromness. Bei einer Rast auf dem Weg traf ich ein walisisches Ehepaar. Sie kamen zum Fischen auf die Orkneys und unterhielten uns super. Nach der Geschichte über meine Reise, wollten sie sich als erste Menschen überhaupt meine Website notieren und später sehen, ob ich es auch geschafft habe. Dennoch meinte der nette Mann (und selbst passionierter Radfahrer), dass ich mir vielleicht zu viel aufgebürdet habe…..


Es ging weiter. Den ganzen Tag über war es so nebelig, dass es gar nicht regnen brachte, um pitschnass zu werden. Ich erreichte Stromness – ein kleines süsses Hafenstädtchen mit seinem ganz eigenen Charme. Ich beschloss mal endlich einmal Essen zu gehen. Meine Wahl fiel auf Julia’s Bar & Bistro, wo ich mir ein Sandwich und eine Portion “Chips” genehmigte. Dort traf ich auch wieder das walisische Ehepaar samt Hund.
Doch dann fing er an: Der Regen … mal wieder.
Am selben Tisch, wo ich dinierte saß auch eine polnische Radfahrerfamilie. Der Papa und ich fachsimpelten und dabei erzählte ich von meinem Problem nach Norwegen zu gelangen. Er schlug mir vor es zur Not so zu machen wie sie selbst. Sie waren mit dem Flieger von Bergen nach Aberdeen geflogen, um sich dort in die Fähre nach Larwick zu setzen. Ich müsste es nur umgekehrt machen.
Mit dieser Exit-Strategie im Kopf machte ich mich auf den Rückweg nach Kirkwall. Ich war fiel zu früh wieder da (ca. 15Uhr) und ein Hafenarbeiter des Docks, wo nachts die Fähre abfahren sollte, jagte mich gleich wieder vom Hof. Er sagte ich solle erst um 21h wiederkommen. Wohin jetzt und 6Std. warten? Ich kaufte mir zunächst ein paar Sachen beim Supermarkt. Danach hoffte ich ein Internetcafé oder ähnliches zu finden aber das einzig vergleichbare war in der Bibliothek, die natürlich an einem Samstag geschlossen war. Ich ging zum Busbahnhof und setzte mich in den beheizten Warteraum. Dort schälte ich mich aus meinen klitschnassen Sachen und versteinerte: Meine Kamera war voller Wasser und ging somit nicht mehr an. Möglich dass sie kaputt gegangen ist.
Ich hätte mal lieber die Klappe gestern bzgl. meines unzerstörbaren Equipments nicht so weit aufreißen sollen. Wenn die Kamera wirklich kaputt ist, wäre das der Supergau! Total verzweifelt setzte ich mich zu einer Dame, die gleich wissen wollte, was los sei. Ich erzählte ihr mein Leid und sie baute mich etwas auf. Trotzdem: Der Regen, die Kamera, die Unsicherheit … Ich bin fertig und denke das erste Mal das, woran es für mich eigentlich verboten war zu denken: Die Aufgabe!
Mach ich die Sache für Amnesty oder für mich? Würden sich die Leute, die schon gespendet haben nicht total verarscht fühlen, wenn der olle Typ jetzt den Schwanz einzieht? Fuck, ich habe keine Ahnung, was ich tun soll. Und dann musste mich auch die Frau der Busstation rausschmeißen, da sie Feierabend machen wollte. Sie hatte gesehen, dass es mir nicht gerade rosig ging und versuchte mich aufzumuntern. Als sie Camilla sah, war kurz weg und kam mit PirateTed wieder. Einem Stoffbären in Piratenkluft, mit dem Camilla und ich auch gleich für ein Foto posierten. Doch dann musste ich raus und wanderte ziellos Richtung Pier. Dieses Mal durfte ich mich in die warme Wartehalle setzen. Die Betonung liegt auf Warten – die Fähre hatte locker 3 Stunden Verspätung. Jetzt schippere ich meinen Schicksal entgegen…

Tageskilometer: 110,47
Nettozeit
: 7:12 Std.
Song des Tages:
-fällt aus weil is nicht-

6 Kommentare

  1. Madeleine sagt:

    Ich denk an dich!!!
    DU SCHAFFST DAS!!!! Du weißt, es ist immer wie eine achterbahn:-)
    Und ich stehe hinter dir! Ich fühle mich nicht verarscht-egal was du machst, wofür du dich entscheidest. Ich spende auch nochmal, egal!!!
    Hau rein, junge!!!!! HOSSAAAA!!!!

  2. Rolls sagt:

    Von Ben Howard, hoffentlich auf Deinem mp3-Player:-)

    Keep Your Head Up Songtext :
    I spent my time watchin’ the spaces that have grown between us.
    And I cut my mind on second best or the scars that come with the greeness.
    And I gave my eyes to the boredom, still the seabed wouldn’t let me in,
    and I tried my best to embrace the darkness in which I swim.
    Oh the darkness in which I swim.

    I’m walkin’ back down this mountain
    with the strength of a turnin’ tide
    Oh the winds so soft on my skin,
    The sun so hard upon my side.
    Oh lookin’ out at this happiness,
    I search for between the sheets.
    Oh feelin’ blind and realize,
    All I was searchin’ for was me.
    Ooo all I was searchin’ for was me.

    Keep your head up, keep your heart strong.
    No, no, no, no.
    Keep your mind set, keep your hair long.
    Oh my darlin’ keep your head up, keep your heart strong.
    Oh no no, keep your mind set in your ways, keep your hair,
    Keep your hair long.
    ‘Cause I’ll always remember you the same,
    oh eyes like wild flowers, with your demons of change.

    I saw a friend of mine the other day,
    and he told me that my eyes were gleamin’.
    Oh I said I had been away, and he knew,
    oh he knew the depths I was meanin’.
    And it felt so good to see his face,
    or the comfort invested in my soul.
    Oh to feel the warmth of a smile,
    when he said “I’m happy to have you home.”
    Ooh I’m happy to have ya home.

    And I showed my body to the sea again,
    and I laughed at her for bein’ so cruel.
    And I left these broken bottles, and empty cooridors.
    And I walked right on through.
    And I never, I never dream of you.
    Oh honey I never, I never dream of you.

    Yeah, keep your head up, keep your heart strong.
    oh, No, no, no, no.
    Keep your mind set, keep you hair long.
    oh my my darlin’, keep your head up, keep you heart strong.
    no no no keep your mind set in your ways, keep your hair, keep your hair long.
    ‘Cause I’ll always remmber you the same.
    Oh eyes are wild flowers with your demons of change.
    May you find happiness there,
    May all your hopes all turn out right.
    Ooh may you find happiness there,
    may you find warmth in the middle of the night.

  3. Mättz sagt:

    Aufgeben is nich Mick. Kopf hoch und weitermachen. Schau doch mal ob du irgendwo ne Einwegkamera bekommst. So als Notlösung. Ansonsten sind Fotos auch nicht so wichtig. ;-)
    Und jetzt Forza Mick!

  4. ulrike sagt:

    Hey Deine Berichte sind so toll geschrieben, da brauchts keine Bilder, man kann sich auch so alles gut vorstellen…..

  5. ottoerich sagt:

    das ist wohl der ansteckenden britische Humor, von dem ich so einiges in “Unser Mann in England” gelesen habe. Mick und aufgeben? Ha, ha, ha!

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