Tag 8 – Von Tversted nach Skagen

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Aufgestanden und die Welt strahlte!

Ich war der Erste im „Lager”, der aufwachte. Ich las etwas, ging dann ins weiße Haus (eine alte Bauernhütte, indem es neben einem Mini-Museum auch eine Waschstelle und ein Klo gab) und machte mir dann Frühstück. Die blonde „Zimmernachbarin” mit der ich mich schon gestern unterhalten hatte, war als nächstes wach. Sie wollte heute noch im Meer schwimmen. Das fände ich auch cool..also das Schwimmen im Meer und so….also nicht zwangsläufig auch mit ihr ;-)

Danach machte ich mich fertig und verließ gegen 9Uhr das Shelter. Nach ca. 5 Km fuhr ich am zweiten Shelter in dieser Gegend vorbei – und wer kommt da gerade rausgefahren? Richtig, der Radfahrer mit dem orangenen Trikot von gestern! Er hatte es doch nicht mehr bis Skargen geschafft. Wir verstanden uns auf Anhieb und fuhren die restlichen 20 Km bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks zusammen. Super mal mit jemanden zu schnacken, der genau das Gleiche macht und durchmacht wie man selbst. Mein Oranje-Biker hieß Ronald und ist Mechaniker, hat genau wie ich 3 Wochen Urlaub und fährt eine ähnliche Strecke wie ich. Was für mich jedoch Grenaa ist, ist für Ronald Skargen. Er will dort 2 Tage Urlaub machen und sich ausruhen.

Wir fuhren nebeneinander und mussten aufpassen, nicht irgendwo gegen zu fahren, so sehr waren wir in Gespräche vertieft. Wir redeten über unsere Touren, unsere Arbeit und das Leben.

Später fragte er mich, was ich als erstes tun wolle, wenn ich zuhause bin. Ich sagte ich würde ein großes Steak essen und ein noch größeres Bier trinken wollen. Seine Gesichtszüge verfinsterten sich: “Du hast noch kein Bier getrunken?!?!?! Wenn wir in Skagen sind, lade ich dich auf ein Bier ein!”

Gesagt getan! Wir verbrachten den halben Tag zusammen, tranken Bier und erweiterten unser Gespräche auf die Themen Glück, Frauen und Freiheit.

Danach, etwas angetrunken, ließen wir in gutem Glauben unsere Räder stehen und gingen ca. 2 Km zu Fuss zu Skargens Spitze. Schließlich erreichten wir die imaginäre Grenze zwischen Nord- und Ostsee und da war…….Touri-Terror!!!

Es gab sogar Busshuttles, die sich im Minutentakt auskotzten, damit jeder daraufhin sich quetschend und schlagend den Weg bahnen konnte, um in Kate-Winslet-Manier an der Spitze Dänemarks zu stehen. Und dann war man da, sagte: „Uiiii!” und ging wieder zurück.

Wieder bei den Rädern angekommen eskortierte ich Ronald noch bis in die Stadt, wo sich dann unsere Wege trennten. Ein toller und netter Typ, mit dem es mir eine Ehre war, zu raddeln! Danke für das Bier! :-)

Es war der Tag der Abschiede, denn kurze Zeit später verließ ich nach 6 Tagen auch die Route 1, um auf die Route 5 zu wechseln: Ich war auf der Ostseeseite! Auf dieser fuhr ich bis Frederikshavn und stieg beim Strand-Camping-Platz ab. Zelt aufgebaut, Sachen gepackt und ab zum Strand! Dort angekommen ging es zur Abkühlung ins Meer. Danach las ich weiter mein Buch, chillte am Strand und schaute Wellen und Wolken zu, bis ich müde wurde.

Zum Abschluß besuchte ich noch den Campingplatz-Shop und deckte mich mit kulinarischen Köstlichkeit ein, wie Brot und Eier :-)

Aber auch für das Frühstück hatte ich vorgesorgt, denn nach den Bratnudeln mit Rührei des heutigen Abends, würde es morgen Baked Beans und Spiegeleier auf Toast geben. Ahhh, das Leben meint es gerade gut mit mir!

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