Tag 8 – Von Boston bis Fakenham

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Ich bin ja eigentlich tiefenentspannt und habe auf dem Trip gelernt sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen, aber… Gestern Nacht, nach dem Absenden des Blogs, wollte ich noch meine Zähne putzen. Ich campte ja auf einem verwilderten Fusspfad genau hinter einer Industriehalle. Dann gingen in der dunklen Nacht zwei Gestalten direkt an mir vorbei. Ich grüßte freundlich, bekam aber keine Antwort. Als mich der eine ansah, während er an mir vorüber ging, konnte ich ihn durch die Dunkelheit ins Auge blicken……ins einzige was er hatte!!!!
Ich glaub mein Hamster jodelt, was war das denn?!?!? Danach war ich leicht verHORRORt und wachte nach mildem Schlaf, um zarte 5:50h auf, packte 8ameine Sachen und war schon zu kurz vor 7Uhr auf der Straße. Das ist einsamer Rekord, da ich sonst erst immer gegen 10Uhr losgefahren war! Heute stand die Fahrt nach King’s Lynn an, welche über den NSCR eine Entfernung von gut 90Km betrug, obwohl man den Ort über die A17 nach nur 30Km erreichen könnte. Aber nein, nicht das Risiko auf dieser Halb-Autobahn eingehen. So fuhr ich durch die Weizenfelder Ost-Englands und musste immer wieder die Regenklamotten rauskramen. Ich machte ein ausgedehntes Frühstück in Holbeach. 8dDort schnackte ich mit einigen Leuten aus Polen. “Dort musst du mal radeln”, sagte der eine energisch! ;-)
Danach beobachtete ich immer wieder Busse, die nicht auf die A17 nach King’s Lynn fuhren. Es müsste also eine Nebenstrecke geben. Spätestens da die Busse zwischen King’s Lynn und Spalding hin und her führen und letztere eine Figur in dem Tim & Struppi Hörspiel war, was ich heute hörte, sah ich das als Omen und beschloss über Nebenstrecken abzukürzen. Diese waren aber aufgrund der engen Straßen und der ein oder anderen Fahrweise auch nicht ohne, weshalb ich auf dem Bürgersteig fuhr. Als ich dann von einer Frau ermahnt wurde und sie mir mit einer 15Pfund Strafe drohte, sollte ich nicht auf der Straße fahren, beschloss ich: Wenn schon – Denn schon! Ich fuhr ein paar Km über die A17,bis ich wieder auf eine Nebenstrecken gelangte. Diese führte mich zu einer Fähre, die wiederum direkt in den Kern von King’s Lynn führen sollte. 8Nur, es war eine Fußgängerfähre, so bedeuten man erreichte sie durch eine steile Treppe. Vorsichtig bugsierte ich Camilla mit angezogener Bremse die durch den Regen rutschige Treppe zum Boot hinunter. Ein Fehler und Camilla könnte seitlich weg ins Wasser stürzen, da die Treppe kein Geländer hatte. Doch es ging alles gut und von King’s Lynn ging es ab nach Burnham Market.
Irgendwie hab ich heute ein kleines Down. Immer wieder diese Schauer rauben mir den letzten Nerv. Weiterhin gibt es nichts besonderes mehr zu sehen. Alle Bilder, die ich schieße, sehen gleich aus. Ist alles irgendwie Einheitsbrei. Bähhhh! Ich rufe meine Eltern an, um mich nach der Lage Zuhause zu informieren und Statusbericht abzugeben. Dabei erzähle ich meiner Mom von alle guten, aber auch blöder Dingen. Darauf sie: “Mein Sohn schafft alles!” :-) 8bMit neuer Energie steuere ich Fakenham an, decke mich im Tesco mit reichlich Essen ein und suche mir den ersten Campingplatz der Reise überhaupt! Da ich ja so früh unterwegs war, genoss ich nach fast 120Km bereits um halb 4 die Dusche und als ich mir darauf in meinem Gaskocher eine Brokkoli-Tomaten-Quiche zubereitete, kam dann auch wieder die Sonne raus und blieb den ganzen Abend, welchen ich schlemmend, faulenzend und lesend ausklingen ließ. Kurve gekriegt. :-) Morgen geht’s weiter.

Song des Tages: Das Wetter und die engen Straßen schlugen mir sehr auf die Moral, weshalb es Zeit für eine extra große Portion Ben Folds wurde: “One Angry Dwarf And Two Hundred Solemn Faces” von Ben Folds Five

2 Kommentare

  1. Claudius sagt:

    Ganz tolle Sache Mick, halte durch. Ich lese jeden Tag deine kleinen Berichte und freue mich schon drauf, wenn ich am Abend den Läppi anschmeiße.

  2. Roland sagt:

    Hey, Du schaffst das! Coole Berichte und der Einäugige war wohl Mad-Eye Moody;-)

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