Tag 5 – Von Sondervig bis Agger

Meerplanscherei

Mann, was für ein Start. Die Strecke was so flach und so gut asphaltiert, dass ich die ersten zwei Nettozeitstunden abgegangen bin, wie eine Rakete! Schnitt zwischen 23 und 25 Km/h!! Um kurz nach 12Uhr genehmigte ich mir eine Abkühlung und befolgte den Rat der 4jähirgen Tochter von Freunden von mir, die mir vor meinem Aufbruch sagte: „Mick, du musst aber im Meer baden gehen!” Gesagt – getan! Danke für den Ratschlag, denn es war super! Dass ich so schnell ins Meer springen konnte, weil mein Fahrrad lief wie ein Uhrwerk, verdanke ich auf dem dänischen Dad von gestern. Ich traf ihn heute morgen noch einmal auf dem Weg zurück vom Waschen. Wir fachsimpelten über Radtouren, Lowrider und Materialpflege. Dabei musste ich zugeben, dass ich kein Kettenöl mitgenommen hatte. Er lächelte mich an und holte feinstes dänisches Öl aus der Tasche, womit wir beide Camilla behandelten. Ich war schon daran gewöhnt von deutschen Touristen zu hören, dass ich doch ziemlich bescheuert sein müsste, mit einem MTB samt Gepäckträger eine derartige Tour fahren zu wollen. Dafür gibt es doch schließlich Trekking- bzw. Touringbikes!

Mit der Annahme das der dänische Dad als Radreisefachmann genauso denken würde, entschuldigte ich mich schon fast, weil es nur ein MTB ist. Aber ich hatte nun einmal nicht das nötige Kleingeld für ein Touringbike, denn ich hab………….

Dänischer Dad: „DU BRAUCHST KEIN TOURINGBIKE FÜR 1000€ KAUFEN!!! ALLES WAS DU BAUCHST IST EIN BIKE, DEM DU VERTRAUEN KANNST! ….und immer schön viel Kettelöl benutzen. Dann fühlt es sich an wie neu!”

FUCK, er hat Recht! Camilla hat mich bis hierher gebracht und wer weiß, was noch alles kommt. Ich vertraue Camilla und werde sie nicht mehr aufgrund ihrer „Ethnie” diskriminieren!

Nach dem Meerbad, ging es wieder weiter. Die Sonne war so krass, dass der Sonnenbrand nicht lange auf sich warten ließ. Tzzz, da bin ich vor ein paar Tagen der absoluten Verzweiflung nahe, will aufgrund des Regens schon aufgeben und dann burnt mich die Sonne zu einer häutenden Schlange. Morgen will ich endlich mal in ein „overnating i det fri”-Shelter. Will mir ja schließlich nicht umsonst ein Buch mit allen Plätzen Dänemarks gekauft haben. In diesem sind sogar die GPS Koordinaten. Jetzt wo ich meinen Navi im Smartphone mal wirklich gebrauchen könnte….ist klar, oder?! Ich wollte heute meine Position checken, machte das Handy an und musste es plötzlich wieder neu einrichten (Sprache, Netz, etc.). Irgendwie muss sich das Handy zum Selbstmord entschieden und sich selbst auf NULL gesetzt haben. Und BAM, funktionierte gar nichts mehr – außer telefonieren und fotografieren. Das ist so 1999, SCHON WIEDER ;-)

Ein hoch auf die gute alte Karte, die ich mir in einer Tourist-Information geholt hatte!

Abends noch einmal, nach geglückter und kurzer Fährfahrt, auf einem Campingplatz untergekommen und wieder ist es vollkommen irrelevant, wie freundlich ich meine Nachbarn anlächle. Zum BBQ lädt mich niemand ein. :-(

Tja, dann halt wieder Nudeln mit Pesto!

Nachtrag: Meine Mama hat angerufen. Meine Eltern waren heute beim ADAC, um sich eine Karte von Dänemark zu kaufen. Sie wollten damit verfolgen können, wo ich bin :-)

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