Tag 4 – Von Esbjerk nach Sondervig

Selbstauslöser Foto bei der Fahrt - Achter Versuch

Apropos Schnapsidee: Ich hatte seit Beginn auch den ungeheuren Geistesblitz, mit Rucksack zu fahren. Heute wollte ich allerdings meinem Allerwertesten ein Erleichterung gönnen und stopfte alle Sache aus den besagten Rucksack in die Packtaschen. Ahhhhhh, was für ein Gefühl!!!

In der Nacht hatte es wieder geregnet – dafür war e morgens nur leicht bewölkt. Ich radelte los und kam dann auch schon bald wieder auf die (North Sea Cycle) Route 1 zurück. Das Handy war mittlerweile wieder getrocknet und ich konnte wieder die Dänemark Karte für meinen Navi nutzen, die ich mir bei meinen Freunden am Abend des ersten Tages aus dem Internet gezogen hatte. War aber gar nicht nötig, denn die Beschilderung war fantastisch. Dennoch ist die Route natürlich darauf ausgelegt, dir eine schöne Fahrt durch die Natur zu ermöglichen und stellt nicht den direkten Weg dar. So ging es immer wieder kreuz und quer durch die Lande – dafür aber gab es jede Menge…………Trommelwirbel………: SONNE, SONNE, SONNE!!!!!!!

Was für ein Wetter und was für eine Route. Kies, Sand, Hügel rauf, Hügel runter und das den gesamten Ringkobing Streifen! Es ging dann mitten durch Novasol- und Dancenter-Kolonien und dann immer wieder über wunderschöne Weg mit sattem Grün an den Seiten und blauem Himmel von oben. Ein Paradies für Fahrradfahrer – für welche mit 25Kg Gepäck auf dem Gepäckträger leider nur bedingt ;-) Ich kam an sehr vieln Punkten vorbei, die ich aus diversen einwöchigen Partyausflügen kannte. Schon irre: Da wo man mit Freunden immer nur mit dem Auto hinfuhr, wurde diese Strecke nun von mir mit dem Fahrrad bewältigt!

Dann erblickte ich sogar ein paar St.Pauli Fans. Eine Mama mit Sohn in Jolly-Roger-Komplettausstattung. Kurz „Moin” gesagt und dann weiter – hatten wohl im Urlaub nicht so richtig Bock auf „Einheimische”. Wie auch immer, die Strecke war top! Dann ab zum Campingplatz. Nachdem ich mir in Hvide Sande ein Eis und eine Limo gönnte, fuhr ich auf einen Platz in Sondervig. Es folgte das Abendritual, was mich die ganze Reise begleiten sollte: Zelt aufbauen, Waschen, Essen, Tee kochen, Tagebuch schreiben, nächstes Ziel festlegen.

Dann kam ein dänischer Papa mit seinem 10jährigen Sohn. Sie fuhren für 5 Tage Rad. Ursprünglich kommen sie aus der Nähe von Roskilde, sind aber mit dem Zug angereist und fahren so auch wieder zurück. Wir haben uns super unterhalten. Nach meinen Reiseerzählungen beschwor mich der Papa einen Ruhetag einzulegen – wenn es wieder regnen sollte, werde ich seine Bitte erhören. Bei diesem Bomben-Wetter würde ich mir in den anfangs erwähnten Allerwertesten beißen, wenn ich bei Sonne chille, um dann bei einem Unwetter-Tag weiterzuraddeln.

Ich denke immer noch über das Leben, das Universum und den ganzen anderen Scheiß nach, aber mittlerweile mit etwas mehr Akzeptanz. Morgen ist ein neuer Tag!

Nachtrag: Jeder um mich herum grillt Fleisch! Obwohl ich auch Bock darauf hätte, bin ich Gott sei dank nicht total versessen darauf, weil ich auf der Fahrt das Hörbuch „Tiere essen” von Jonathan Safran Foer gehört hatte ;-)

Ein Kommentar

  1. Gnarf sagt:

    Zitat “Schon irre: Da wo man mit Freunden immer nur mit dem Auto hinfuhr, wurde jetzt von mit mit dem Fahrrad bewältigt!”

    Oh man, das kommt mir bekannt vor! “Hier komm ich doch sonst mitm Zug her oder Auto…” Is schon ein krasses Gefühl im ersten Moment.
    Jaja,damals..

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