Tag 3 – Von Montrose bis Aberdeen

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Ich wachte wieder früh auf und die Natur meldete sich auch auf Anhieb. Noch etwas schlaftrunken torkelte ich aus dem Zelt und hielt meine beiden “Backen-Brötchen” auch volle Kanone in einen Brenneselstrauch. …ich war wach ;-)

Aber die Schmerzen konnte mir die Freude über die Sonne nicht kaputt machen. Nach dem üblichen Essen, fertigmachen und Abbau ging es die ersten sehr steilen Berge hoch. Klar wusste ich schon vorher das Schottland nicht gerade flach ist, aber … ey boah!
Ich kam zwar ins Schwitzen, aber ich fühlte mich so verdammt glücklich, denn die Sonne strahlte länger als gestern und ich fuhr an atemberaubend schönen Panoramen vorbei.

Die Schönheit der Nordsee und des Landes ließ mich immer wieder die Kamera rausholen. Aber ich machte immer wieder die gleichen Fotos: Nordsee, Sonne, blauer Himmel, Rad. Immer wieder. Aber es war mir egal. Es war so wunderschön, dass ich diese ganzen Momente am liebsten in Acryl malen, mir einrahmen und übers Bett hängen wollte. Fotos oder Videos sind dafür leider zu beschränkt.

Aber dann war es wieder soweit. Je näher ich Aberdeen kam, desto näher kam ich dem tiefschwarzen Himmel. Schließlich brachen die Wolken in den fiesesten Regenschauer (bisher) aus. So schnell konnte ich meine Regenklamotten gar nicht rausholen und dieses Mal hielt der Regen an. Ich beschloss die NSCR zu verlassen und den direkten Weg über die A93 nach Aberdeen zu nehmen. In den Straßen waren manchmal extreme Schlaglöcher. Eines hab ich nicht gesehen und BAM! Ich dachte es reißt mir den Gepäckträger vom Rad, so stark und plötzlich war der Ruck, der durch Mark, Bein und Rahmen ging.
Aber ohne sehr genau nachzuschauen, hatte Camilla alles heil überstanden. Eine ausführliche Inspektion konnte ich nicht machen, denn ich hatte ein Date mit der Dusche!
In Aberdeen angekommen, besuchte ich die Tourist Information, die mir vor Ort gleich ein Bett im nächsten Hostel reservierten. Dort angekommen machte ich mich nach dem einchecken erst einmal auf, das Date einzuhalten. Dann etwas blöd Olympia gucken, Internet checken und Bilder an die B4R-Facebook Seite laden, chillen und lesen … Aber das Beste waren die Menschen! Schottische Radfahrer aus Edinburgh, ein deutsch-amerikanische Pärchen aus Frankfurt, der englische Typ, der im Aufenthaltsraum neben mir einschlief….es war super mal wieder mit mehreren Leuten zu reden. Ich unterschätze es immer wieder, wie wichtig doch solche Zusammenkünfte bei einer derartigen Tour sind. So könnte es jeden Abend sein, wenn da nicht die 35Euro wären und auch die Lust auf “Draußen”. Morgen geht es Richtung Duftown, gucken ob die ganzen Whisky- Distellerien noch stehen ;-)

Tageskilometer: 97,82
Nettozeit: 5:40
Song des Tages: Manche mögen nach meinen Ass- Confessions vom Anfang vielleicht an “Das sind Dinge von denen ich keine Ahnung haben will” von den Ärzten denken ;-)
Ich denke aber aufgrund des fantastischen Vormittages eher an den Scrubs Klassiker “Beautiful World” von Colin Hay.

3 Kommentare

  1. Madeleine sagt:

    Ich liebe deine texte!!! Schön, von dir zu lesen! Ich denke an dich!!! Bitte schlafe nie wieder soooo abgelegen. Du sollst doch auf dich aufpassen ;-)
    Zieeeeeeh, junge!:-D

  2. ulrike sagt:

    Ist schon spannend was Du so erlebst….mutig!!!

  3. [...] 1: Von Hamburg nach Edingburgh Tag 2: Von Edingburgh bis Dundee Tag 3: Von Dundee bis Aberdeen Tag 4: Von Aberdeen bis Portessie Tag 5: Von Portessie nach Inverness Tag 6: Von Inverness bis [...]

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