Tag 27 – Von Sehestedt bis Osterbruch

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Die innere Uhr weckte mich, wie so oft, um 7Uhr. Es machte aber noch keinen Sinn aufzustehen, da der Tau noch viel zu nass auf dem Zelt lag. Dann lieber noch etwas chillen, den Puma ChrisB in seinem Käfig ruhen und die aufsteigende Sonne alles trocken legen lassen. So frühstückten wir um 8:30h und machten uns dann fertig den Wattenmeer – Campingplatz beim schwimmenden Moor von Sehestedt zu verlassen.
Da wir schlicht keinen Bock mehr hatten, alle Küstenausläufer des NSCR mitzunehmen und wohl möglich auch noch die Weser großflächig zu umfahren, fuhren wir querfeldein nordöstlich zur Weserfähre. Dort angekommen brachte uns diese gegen 12Uhr nach Bremerhaven, wo wir zunächst uns bei der Sparkasse Kleingeld holten (wir waren beide fast blank), noch mit einigen Leuten vom WWF schnackten und im Anschluss uns bei einem chinesischen Restaurant stärkten. Mit powerleckerem Reformhaus-Haselnuss-Riegeln ausgestattet ging es weiter Richtung Cuxhaven, um dort die letzte Nordseeküstenkurve zu nehmen. Danach würde es über die gute alte Elbe nur noch nach Hause gehen. Doch vorher ging es über hucklige Kies- und Sandwege Richtung Cux. Der ein oder andere Apfelbaum bzw. Brombeerstrauch stärkte uns auf dem Weg. Wir legten noch kurz eine Zwischenpause beim Marinefliegerstützpunkt in Nordholz ein. Nicht um gegen den Krieg zu protestieren, sondern um mal wieder spaßige Fotos zu schießen. Ein total netter Mit-Hamburger fotografierte uns bei der Nachstellung einer Spielfilmszene (Foto folgt).
Danach erreichten wir Cuxhaven und machten uns nach einem kurzen Einkauf in der Fußgängerzone auf in den Hafen, um von dort aus auf dem Elberadweg noch etwas an Harburg ranzukommen und morgen nicht wohl noch 150Km zu reißen. Doch die Uhr war schon fast 20Uhr, also wo schlafen??? Wir fuhren an einem Campingplatz vorbei, wurden aber von der Ballermann-artigen Musik abgeschreckt. So fuhren wir weiter, fanden aber keinen geeigneten Platz zu wildzelten. Drum fragten wir nach vergeblicher Suche einfach mal einen Mann, der in seinem Garten etwas arbeitete. Wir fragten ihn, ob wir vielleicht irgendwo auf seinem Grundstück oder nebenan campieren dürften. Er sagte gleich, dass wir gerne gleich neben der Terrasse unsere Zelte aufstellen könnten und bevor wir uns versahen, hatte Reiner alles frei gemacht, seine Frau Doris schon einige Kerzen auf- und Getränke auf dem Gartentisch bereitgestellt und schon saßen wir nach dem aufstellen der Zelte in gemütlicher Runde. Hund Ruby hieß uns auch herzlich willkommen :-)
Wir erzählten von uns, unserer Reise und Reiner und Doris erzählten auch von ihrem, für ChrisB und mich, spannenden Leben. Studiengänge, Umzüge, ein eigenes Kinder-Hilfswerk in Südafrika, dann eine eigener Hundefuttervertrieb, um sich gegen konventionelles Futter zur Wehr zu setzen… Es gab viel zu erzählen und zu erfahren, bis uns allen die Augen langsam zufielen und ChrisB und ich (ein letztes Mal!) in unsere Zelte gingen. Morgen haben uns Doris und Reiner noch zum Frühstück eingeladen und dann werden wir uns auf machen, die letzte Tagesetappe nach Harburg anzugehen – gleichbedeutend mit der letzten Etappe, um meine in 3 Urlaube aufgeteilte Reise um den ca. 6000Km langen Nordseeküstenradweg zu beenden….
Ich bin voller Dankbarkeit für den heutigen Abend und voller Vorfreude für den morgigen!
:-)

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