Tag 25 – Von Steendam nach Hilgenriedersiel

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Der Tag an dem wir Deutschland wieder erreichen wurden fing mit einem bewölkten Himmel an. Wir bauten alles zusammen und machten uns ohne große Fruhstuckseinheit auf dem Weg. Schließlich müssen wir ab jetzt mindestens 100Km täglich fahren, um am Donnerstagabend wieder in Harburg zu sein. Darum waren wir schon gegen kurz nach 8Uhr unterwegs. Ich weiß nicht, ob es das (zu) leichte Frühstück war oder der frühe Start der Tagestour, aber unser Fahrradkoller zeigte sich schon ziemlich früh. Dieses Mal im Zitieren bzw. Summen von alten Kinder TV Serien. Da wir beide fernsehgestörte Kinder der 80er sind, war dies ein Kampf der Titanen! So wurde nichts ausgelassen: Saber Rider, Bravestar, Odysseus 31, Galaxy Rangers, The Raccons, Archibald, Fantastic Max, Thundercats, He-Man, She-Ra, Kimba, Heidi, und und und. Weiterhin philosophierten wir über die psychischen Auswirkung des Verlustes von Familienmitgliedern gleich in der Pilotfolge von Alfred J. Kwak, Sindbad und Marco. Bei den ersten kann es aber nach der Titelmusik nicht so schlimm sein, denn Alfred ist “so fröhlich, so fröhlich, so ausgesprochen fröhlich” und “was für ein Glück” doch Sindbad hat! Dennoch wussten wir nicht, ob Marco seine Mama am Ende wiedergefunden hat…..
25aAber genug NERD-Talk. Lassen wir einfach mal stehen, dass man sich bei so einer Tour, egal ob alleine oder zu zweit, Gedanken über Sachen macht, über die man seit Jahren oder gar seit den Kindheitstagen nicht mehr einen Kopf gemacht hat. :-)
Nach einer kurzen Pause, war nach ca. 35Km die deutsch-holländische Grenze erreicht. Tschland hatte uns wieder!
Als wir uns ein wenig von der Grenze entfernten, bemerkten wir das auch der Himmel zweigeteilt zu sein schien. Die holländische Seite war blau mit einigen Wattewölkchen, die deutsche Seite war tief schwarz (Bilder folgen). Nach einer ausgedehnten Mittagspause bei Edeka, wo wir zunächst etwas irritiert waren, wieder mit Moin begrüßt zu werden und nicht mehr selbst englisch sprechen zu müssen, zogen wir nach heftigen Donner schon mal profilaktisch unsere Regenklamotten an, bevor wir zur Fähre nach Ditzum die uns nach Petkum bringen sollte, fuhren. Keine Sekunde zu spät, denn 25danach kam das stärkste Gewitter mit dem heftigsten Niederschlag der gesamten Reise runter. Glück im Unglück war, dass der Großteil der Zeit im Wertebereich der Fähre bzw. auf der Fähre selbst verbracht wurde. In Petkum angekommen, radelten wir immer noch im strömenden Regen Richtung Emden, denn wir bzw mir ist es ja wichtig auch wirklich die Strecke des Nordseeküstenradwegs zu fahren und der führt nun mal nicht direkt in die Heimat nach Hamburg, sondern halt an der Nordseeküste entlang. Also fuhren wir weiter, bis plötzlich ein Schwertransporter die gesamte Straße blockierte und wir zunächst nicht weiter kamen. Doch irgendwann schlängelten wir uns neben dem Laster vorbei. Mit einem spartanischen “Awuff” ging es weiter Richtung Küste und kurz vor Hilgenriedersiel zwischen zwei Weizenfelder erblickten wir einen kleinen Waldabschnitt, indem wir dann unsere Zelte, bei mittlerweile trockenen Wetter, aufstellten und es uns gemütlich machten. Hierzu bereiteten wir unser zu 75 Prozent…. sagen wir mal zu fahrradmundraub beschafftes Essen. Bevor wir die Grenze passierten kamen wir noch an Feldern mit Speisezwiebeln, Kartoffeln und Rüben vorbei, bei denen wir ein paar Exemplare mitnehmen und sie uns im Gaskocher in Bratkartoffeln verwandelten. Die Rübe, von der wir nicht ganz sicher waren was für eine sie genau war, knabbern wir dazu. Mega leckeres Essen eines super krassen Tages. 25b
Ich habe noch etwas Bedenken, ob wir alles rechtzeitig bis Donnerstag schaffen. Auf dem North Sea Cycle Route dauert es wohl alles etwas länger, was bedeutet, dass wir wohl nicht gerade tiefenentspannt nach l Hamburg kommen, sondern wohl einiges an Kilometer strampeln müssen…….

Song des Tages: Aufgrund des frühen Aufbruchs und weil es der erste Song des Tages war: “The wake-up” von How To Destroy Angels

2 Kommentare

  1. Kirsten sagt:

    Welcome back! Zurück im Heimatland. Emden, da will ich im September auch hin. Menno, Du bist immer schneller. Und sportlicher. Uäh.

  2. Taina sagt:

    Chapeau, Ihr zwei! Und: danke für den Ohrwurm…. Den Original-Text kann ich auch, warte:
    Kleiner Mickobello, wir sind stolz auf Dich – und gespannt, wie wird es weitergehn! Die braun-weißen Trias lässt Du nicht im Stich, und wir freun uns auf ein Wiedersehn!
    Go on ;-)

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