Tag 23 – Von Hamburgsund bis nach Almön

23-01

 Die vergangene Nacht war leider nicht sehr erholsam. Eine 20-30 köpfige Gruppe aus (so glaube ich jedenfalls) partywütiger Finnen machten die Nacht zum Tag und kreischten wie die Weltmeister. Als ich kurz davor war, ihnen das Ultimatum zu stellen, mich entweder auch abzufüllen oder endlich die Sch****… den Mund zu halten, waren sie leider schon so betrunken, dass sie alle um 2Uhr in ihre Wohnwagen schwangten. Keine 10 Minuten später fing es an zu regnen und nun schlugen die dicken Tropfen mit einem Beat auf mein Zeltdach, dass ich auch jetzt nur schwerlich zu einem festen REM-Schlaf kam. Vollkommen fertig, wachte ich um 7Uhr auf, um dann gleich wieder weiter zu dösen, denn es regnete immer noch. Gegen 9Uhr machte ich mich langsam fertig, lud noch einige elektronische Geräte in der Küche des Campingplatzes und klönschna kte noch mit einem jungen Pärchen samt kleiner Tochte aus Bremen, die auch schon mehrere Wochen unterwegs waren und sich aber jetzt auch auf dem Heimwev machten. So tritt auch ich kurze Zeit danach wieder in die Pedale Richtung Hamburg. Es regnete noch immer, wurde aber gegen Mittag weniger und hörte schließlich ganz auf. Meinen Plan in einem nahegelegenen Café, Kiosk oder Supermarkt mir mein Frühstück zu besorgen schlug genauso fehl wie gestern. Es gibt zwar einige Häuser an der Strecke und Töpfereien oder Künstlerateliers gibt es in Hülle und Fülle … aber kein Brot :-(
Zwei Cafés sah ich dann doch, die machten aber erst am Nachmittag auf. So musste ich 30 Km Berg auf-Berg ab und auf dem letzten Kohlenhydrat fahren, bis ich einen Supermarkt erreichte, bei dem ich mir dann einen großen Nudelsalat, Donots und Coke einverleibte ….. NEIN, ich bin nicht schanger! ;-)
Dabei traf ich dann auch noch zwei Radler aus Bielefeld (wollten sie.mir wenigstens weiß machen ;-) , die aus dem schwedischen Süden in den norwegischen Norden wollten. Komplettiert wurde der “deutsche Tag” von einer jungen Familie aus Stuttgart, die ich wenig später traf. Sie hatten nach der Geburt der kleinen Tochter entschieden, ihre Elternzeit auf dem Drahtesel zu verbringen – mit der Lütten im Anhänger. Und die Süße hatte anscheinend richtig Spaß dabei. Wo die schon in den vergangenen 7 Wochen rumgekommen sind. Krass! Übrigens konnten sie mir aufgrund ihrer Erfahrungen nur bestätigen, dass der Typ, der die norwegische NSCRoute festgelegt hat verklagt gehört ;-)
Zur Strecke ist zu sagen: Das erste Mal keine Wald- und Wiesenweg – dafür jede Menge Schnellstraßen. Als es gegen Nachmittag wieder anfing zu regnen, war es immer wieder schön, wie mir die LKWs das Wasser ins Gesicht spritzten, wenn sie mit 90-100 Sachen an mir vorbei brausten :-(
Heute war ich total kaputt. Entweder aufgrund der Nacht, des späten Frühstücks, des Regens oder allem zusammen. Kann nur hoffen, dass sich mein Körper nicht gegen das abzusehende Ende streubt…
Konnte dann auch noch die Jungs von FC St. Pauli Fanclub Göteborg erreichen und krieg morgen mein Obdach! Yeah!
Noch 111 Km Luftweg bis nach Varberg…
Tageskilometer: 95,29
Nettozeit: 5:20 Std.
Gedanken/Songs des Tages: Da ja heute die Gedenkfahrt für den in Hamburg tödlich verunglückten Rennradfahrer Gordian G. stattfand, fuhr ich den Vormittag ohne MP3 Player meine persöhnlich Gedenkfahrt. Nachdem ich nach gut 65 Km aber schlicht nicht mehr konnte, nass war bis auf die Knochen und iegendwie das Feuer wieder zum lodern bringen wollte, haute ich mir “The Fragile” von Nine Inch Nails auf die Ohren (wobei ich die Textzeile “I won’t let you fall apart” beinahe schon anbetungsvoll mitbrüllte und an Camilla richtete).
Und KAPOW! ging ich ab wie eine Rakete! Warum? Der nächste Campingplatz war … natürlich … 28 Km entfernt. ;-) Morgen hab ich es dann nicht so weit bis nach Göteborg…

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