Tag 22 – Von Sint Maatenszee bis Ferwert

22c

Nach der Nacht in Düsterwald, die für mich leider etwas unruhig verlief, standen wir auf und machten uns fertig den Afsluitdijk oder wie ein ihn nennen: “Den Deich des Grauens” (dramatic chipmunk sound)!!!! Den Namen gaben wir ihn, weil sowohl Mathieu und Richard als auch einige anderer Radlerinnen und Radler die wir trafen, von ihren Qualen berichteten. Allermeist hatten sie starken Gegenwind und zum Teil auch Regen gehabt. Zunächst stellten wir nach einem kurzen Besuch in “Westerland” einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. In unserer ersten Nettostunde radelten wir wahnwitzige 23Km! Im Vergleich zu Schottland oder Norwegen, wo es sich durchschnittlich zwischen 13-17Km einpendelte, war das echt mal wieder ein Beweis für das flache Land hier.
Dann erreichten wir den Anfang des 30Km langen Deiches und bevor wir ihn angingen, stärkten wir uns als richtige Hamburger Jungs erst mal an der nächsten Bude mit Fisch und Pommes. Danach ging es los. Wir hatten tatsächlich bedecktes aber trockenes Wetter und…. RÜCKENWIND!! Und so war unser vorher aufgestellter Rekord wieder dahin. Wir waren in weniger als 50min auf der anderen Seite.
Da fuhren wir nun mit schon 64Km auf dem Tacho und noch soviel Zeit nach Harlingen, um uns die kleine Hafenstadt voller Segelboote etwas anzusehen und entschieden uns danach erst mal weiter zu fahren. Ein kurzer Zwischenstopp in Sexbierum…………………. erwies sich als Reinfall! ;-) Wir fuhren den Nordseeküstenradweg weiter, der jetzt als Wassenzeeroute ausgeschildert war und es folgten Km und Km von Deichen und Schafen. Als wir uns schon überlegten, ob wir wieder böse sind und uns unerlaubter Weise zu den Schafen auf die Weide gesellen, fanden wir eine kleine Mini-Camping Anlage auf einen ehemaligen Bauernhof, wo uns die Chefin Heike auch schon empfing und uns alles zeigte. Den Abend verbrachten wir mit unserem holländischen Zeltnachbarn Errit der uns auch des Rätsels Lösung der Flaggen auf Halbmast gab, die wir heute oft sahen: Prinz Friso war gestorben. Wir schnacken beim gemeinsamen Abendessen samt Bier nich lange über Gott und die Welt und sahen uns zum Abschluß nich den Sonnenuntergang an.
Morgen werden wir nach Groningen fahren und danach sind wir nur noch eine Tagesreise entfernt von Tschland. Ausgerechnet jetzt meldet sich mein linker Fuss. Als wir heute kurz eingekauft hatten, konnte ich vor Schmerzen nicht mehr richtig auftreten. Habe es dick mit Volteren eingerieben und hoffe mein Körper hält bis Donnerstag durch. Ich bin doch so nahe dran, den North Sea Cycle Route in Harburg abzuschließen, wo ich ihn 2011 begann …..

Song des Tages: Thomas D. – Rückenwind

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *