Tag 21 – Von Zandvoort bis Sint Maartenszee

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Nachdem wir gestern ja dem Festival-Campingplatz voller besoffener Landsleute entkommen konnten und einen entspannteren Campingplatz auf einer Sanddüne fanden, stand unser Entschluss fest: Heute Abend dem Trubel entkommen und wieder semi-legal wildcampen. Also machten wir uns gegen 10Uhr auf, um eventuell bei ähnlich fantastischem Wetter wie am Vortag vielleicht etwas eher einen geeigneten Platz zu finden. Doch die tiefdunkle Wolkenfront, verhieß nichts Gutes. So bauten wir etwas schneller die Zelte ab und machten uns auf dem Weg. Die Vorahnung bestätigte sich. Nach kurzem Nieselregen fing es bald an wie aus Eimern zu schütten. Da es klar war, dass sich diese Wetterlage nicht so schnell ändern würde, zogen wir nur die Radklamotten an und schlugen uns durch den Regen. Nach einer kurzen Fährüberfahrt inklusive Klönschnack mit einer Holländerin der wir versicherten, dass entgegengesetzt ihrer Erfahrungen nicht alle Deutsche blöd sind, wurde schließlich der Regen weniger. Just in diesem Moment trafen wir Richard (www.touronabike.com), der seit Anfang Juni unterwegs war und mit dem wir uns bestimmt fast ne halbe Stunde austauschten. Er hatte den NSCR in einem Stück zurückgelegt und war nur noch wenige Wochen vor dem Ziel wieder in England anzukommen. So fachsimpelten wir über die Routen, über Midgees, über Bike Ausrüstung und und und… War voll cool sich mit jemanden auszutauschen, der ähnliche Erfahrungen auf der gleichen Strecke gemacht hat.
Danach packten wir langsam und noch etwas unsicher die Regensachen weg, den die Sonne kam mehr und mehr hervor. Gerade rechtzeitig um die Dünenlandschaft des Noord Holland Doimreservaards noch spektakulärer aussehen zu lassen. Wir machten jede Menge Fotos, guckten aber auch immer wieder nach einem potenziellen Zeltplatz. Doch alle möglichen Plätze an den Dünen waren viel zu einsehbar bzw. der Wind hatte wahrscheinlich die Zelte vor eine heftige Belastungsprobe gestellt. So fuhren wir weiter, unter anderem auf einer sehr geraden Straße kürzlich hinter Bergen am Zee, bei der wir sogar mal Rückenwind hatten. Schwuppdiewupp waren wir wieder durchziehen Dünen unterwegs und fanden einen Flecken voller dichter Bäume, der uns an Düsterwald erinnerte. Als schnell in einem von allen Augen unbemerkten Moment die Fahrräder in den Wald geschoben, und sich häuslich eingerichtet. Ist ja weiß Gott nicht das erste Mal, dass ich wild campe. Auch wenn es eigentlich verboten ist, so halte ich es mit Tilmann Waldthaler: Verlasse den Ort so, wie du ihn vorgefunden hast. Bedeutet: Kein offenes Feuer, die Natur nach Möglichkeit nicht beschädigen, jedweden Müll mitnehmen und seine “Ausscheidungen” vergraben. Dafür haben wir heute endlich Ruhe und genießen die Zeit in Düsterwald mit lecker Essen, quatschen und faulenzen. Die Kraft muss auch getankt werden, da wir morgen den 40Km langen Deich nach Harlingen überqueren werden, von dem uns schon neben Richard auch soviel andere Radlerinnen und Radler erzählt… bzw. gewarnt haben. Wir hoffen auf Sonnenschein und Rückenwind. :-)

Wort des Tages: SCHÖN! (Dieses Mal ohne Sarkasmus) ;-)

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