Tag 21 – Von Larvik bis nach Fredrikstad

21-01

Kurz vor 8Uhr war ich unterwegs und der Navi zeigt nur 60 Km bis Horten! Unglaublich. Diese Stadt mit der Fähre nach Moss stellte für mich einen entscheidenen Meilenstein dar. Sollte ich dann dort doch nur noch ungefähr eine Tagesreise von der schwedischen Grenze entfernt sein. Doch auch diese Fahrt war nicht einfach, da hügelig und heiß. Vielleicht sah ich so aus, als ob ich Zuspruch nötig hätte, denn häufiger als sonst, fuhren Autos hupend und die Fahrerin oder der Fahrer mit erhobenen Daumen an mir vorbei, als sie die Fahne und oder das Huhn sahen. Motivation!Nach einem 1. Frühstück (bestehend aus Donats und Kakao aus Sojamilch …. wegen der Afterburner-Sache ;-) bei einem Supermarkt in Sandefjord fuhr ich weiter Richtung Tønsberg und wenige Km danach sah ich sie: Die Fähre nach Moss. Lachen, jubeln, heulen – alles fiel von mir ab. Oh ha, was wird erst passieren, wenn ich in Varberg ankomme?!?
Doch noch war ich nicht da, noch lange nicht in Varberg und auch noch nicht in Horten, denn mal wieder stand ich kurze Zeit später, buchstäblich, im Wald! Ca. 7 Km vor der Fähre musste ich mich durch einen engen Waldweg kämpfen mit Schlammlöchern, scharfen Steinen und auch mal einem umgefallenen Baum, der mir den Weg versperrte. Camilla da drüber zu wuchten war schon ein Knochenjob. Wieder möchte ich die blumigen Beispiele von vor ein paar Tagen zu Besten geben: Opa Egon hätte das nie und nimmer geschafft … und meiden Sie die Dunkelheit, lieber Typ, der diese Strecke zu verantworten hat.
Ich musste den größten Teil der Strecke schieben und natürlich waren sie in diesem dichten Wald “endlich” da: Die norwegischen Mücken und das in Schwärmen. So schlug ich drauf los, traf aber meist nur mich selbst. :-(
Doch dann hatte ich außnahmsweise mal Glück: 2Min vor dem Ablegen erreichte ich die Fähre und fuhr für spottbillige 36Kronen nach Moss. Die Überfahrt feierte ich mit Eiscreme und Bier in umgekehrter Reihenfolge. Ahhh!
Angekommen wurde ich ersteinmal enttäuscht, denn im Osten nichts Neues: Auch hier gab es jede Menge Berge. Die zweite Etappe des Tages stand mir bevor. Diese war unspektarkulär und so erreichte ich Fredrikstad, wo ich mir fest vornahm, einen Campingplatz zu suchen. 2 Minuten nachdem die TouristInformation schon zu war, kam ich dort an, hatte aber Glück und bekam die Info, dass der einzige Campingplatz mit Zeltplätzen 12 Km außerhalb lag … und zehn Km von der NSCR entfernt. Ich werde also morgen etwas zurück fahren müssen, um wieder auf die Strecke zu kommen. Sei es drum. Ich erreichte den Campingplatz und kam mal wieder in den Genuss einer Dusche, machte mir mein Essen und lud meine elektronischen Sachen wieder auf. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich es bald schaffen könnte, mit Varberg meinen persönlichen Mount Everest zu besteigen…..

Tageskilometer: 127,07
Nettozeit: 7:17 Std.
Gedanke des Tages: Mehr und mehr beginne ich meine Meinung von Vorgestern zu revidieren. Klar iat es schade, dass ich nicht bei mehreren Leuten untergekommen bin und sich trotz meiner diversen Mails keine einzige Amnesty-Gruppe gemeldet hat. Dennoch glaube ich, muss man sich entscheiden, ob man diese Hammer-Distanz zurücklegen will oder die Zeit für Zerstreuung und Kontakte nutzen möchte. Dieses Jahr ist es der besagte Everest und ich hoffe, dass ich daraus Kraft und Bestätigung ziehen werde. Nächstes Jahr ist ein neuer Versuch zwischen allem ein Gleichgewicht herzustellen.
Und dann wird man sehen, ob Leute bescheuert genug sind, mich zu begleiten……

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