Tag 20 – Von Risør bis Larvik

20-01

Nachdem ich ja gestern im Geister-B&B ja dann doch noch in den Genuss kam mit zwei richtigen Menschen zu reden, ging es beim Aufstehen gleich weiter. Im Essenssaal, wo ich gestern noch ganz allein aß, bereitete bereits die Leiterin das Frühstück vor. Wir hatten ein nettes Gespräch. Unter anderem erzählte sie mir, dass 2012 der nasseste Sommer in der Geschichte Risørs war und zeigt auch gleich die passenden Bilder der überschwemmten Stadt dazu. Weiterhin berichtete sie von einem Spielfilm (“Kon Tiki”) über eine Atlantiküberquerung in einem Floß was in Risør gebaut wurde. Da dachte ich doch gleich an den Nehberg ;-)

Auch das norwegische Radfahrerpärchen gesellte sich dazu und meinten, sie wollen auch die Fähre um 10Uhr nehmen. Trotz frühen Erwachens ließ ich heute mal alle Fünfe gerade sein, schlemmte und füllte meinen Sozialspeicher auf. Nachdem ich meine 600 Kronen-Rechnung bezahlte, ging es dann für mich zum Hafen und zur Fähre, wo schon einige Jungs und Mädels ebenfalls auf das Boot warteten. Sie kamen aus Agentienien und Spanien und arbeiteten über den Sommer im Café direkt neben dem Anlegeplatz der Fähre. Nun hatten sie ihren freien Tag und wollten diesen auf einen der vielen kleinen Inseln verbringen. Ich könnte gerne mitkomme, sagte sie …… scheiß Zeitplan! Auf MEINER Insel angekommen dann erst einmal der Schock. Es waren nicht 14 Km zur nächsten Fähre in Stabbastad, sondern 20! Ich hatte knapp über eine Stunde Zeit, also kurbelte ich wie ein Besenkter. Die Strecke war nicht so hügelig wie befürchtet, also kam ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 Km/h am Hafen an. Wozu braucht man ein Rennrad, wenn man ein mit 20 Kilo bepacktes MTB haben kann.
;-)
Dann ging es Richtung Toilette, da ich nach diesem Rennen sehr durstig war und kein Wasser mehr hatte. Doch oh Graus, das Herrenklo war abgeschlossen! Nur die Damentoilette war offen. Nachdem ich mich verbal ankündigte, tauchte ich ein in diesen mit Mythen behafteten Ort. Sitt aber etwas enttäuscht, da es weder nach Rosen roch, noch Elfen auf den Kacheln tanzten, ging ich wieder nach draußen, wo in der Zwischenzeit mein Rad von einem Mann genauestens in Augenschein genommen wurde. Es war ein Schotte, mit dem ich dann auch gleich ins Gespräch kam. Er war wegen seiner norwegischen Frau hier her gezogen. Wir sprachen über schottisches Wetter und natürlich Midgees.
Nach einer viel zu schnellen Fährfahrt, setzte ich meinen Weg fort, jedoch aufgrund der vorangegangenen Jagd viel entspannter. Ich machte öfters Pausen und musste hin und wieder absteigen, um meinem Po eine Auszeit zu gönnen. War leider auch wieder nötig, da es wieder sehr viele steile Berge gab inklusive Serpentinen!
Dann eine Weggabelung. Die eine Richtung nach Brevik, die andere nach Langesund zu einer Fähre. Das Problem war, dass ich im Gegensatz zu den vorangegangen, den Zeitplan dieser Fähre nicht hatte. Also spielte ich auf Risiko als ich den Weg nach Langesund einschlug. Nach ca. 15 Km erreichte ich den Hafen und musste mir das Schild mit den Zeiten von einem Norweger übersetzen lassen. Die Fähre würde um 16Uhr ablegen. Das wäre in 10 Minuten, doch warum war ich alleine am Pier?! Ich schaute erneut auf den Plan. Das nächste Mal mach ich vorher einen Norwegisch-Kurs. Doch für die erste Zeile brauchte ich keinen Unterricht. Da stand was von Juni bis August. Genauer bis zum 13. August. Och nööö!!!!
Der Fähebetrieb für 2012 hatte seinen Betrieb VORGESTERN eingestellt. Die Chefin des B&Bs hatte mich heute morgen ja noch gewarnt: Seit heute geht die Schule wieder los. Ab jetzt ist Herbst und da gehen die Uhren in Norwegen anders. Zähneknirschend fuhr ich nun den ca. 45Km Umweg um den Meeresarm herum. Dabei passierte ich auch die Brevik Brücke – eines der wenigen Highlights dieses Weges.
Ziemlich fertig entschied ich mich, dass ich versuchen wollte den Weg, der ja eigentlich nicht hätte sein sollen, über die Schnellstraße abzukürzen. Da fuhr ich nun auf der E18, von der ich immer noch nicht wusste, ob ich da überhaupt drauf durfte. Um die Abendzeit fuhren nur wenige Autos vorbei (eines aber mit HH Kennzeichen), aber dann auch mit 70 Sachen oder mehr. Die Sonne stand mir nun im Rücken und mein Schatten fuhr mir voraus. Ich starrte ihn eine Weile an. Da war er, der Mick und sein vollbepacktes Rad. Klar sind einige Sachen nicht so gelaufen und vielleicht, hätte man bei einer kürzeren Strecke auch mehr Zeit gehabt fürs Sightseeing, Leute kennenlernen und Nichtstun. Aber FUCK, wo war ich nicht alles in diesen 3 Wochen und was habe ich nicht alles erlebt. Alleine und auf sich gestellt habe ich so viele Situationen gemeistert und den Sand niemals in den Kopf gesteckt … wie Loddar sagen würde.
Mit Sicherheit werde ich die nächste Tour nicht zu einem Rennen machen, doch die hier ist wie sie ist und ich werde bestimmt gestärkt aus dieser Sache hervorgehen.
Doch genug des Nachdenkens – plötzlich wurde die Straße zu einer waschechten Autobahn und ich musste an die Seite ausweichen. Eine Nebenstrecke befand sich gerade im Bau, also machte ich mich auf diese zu befahren. Sie war noch nicht asphaltiert, also fuhr ich vorsichtig durch Sand und Kies. Doch auch diese Strecke ging irgendwann nicht weiter. Ich wechselte auf den schmalen Grünstreifen hinter der Leitplanke der Autobahn. An der Seite befand sich irgendwann ein Fabrikgelände für Humus auf denen Bagger hin- und herfuhren. Schnell schob ich Camilla aufs Gelände, sprang auf und gab Gas, denn ich sah ein offenes Tor. Hoffentlich ohne irgendjemanden aufzufallen, entfloh ich der ganzen Szenerie und gelangte auf eine “normale” Straße. Zackbum war ich in Larvik und radelte erwas außerhalb der Stadt in ein kleines Waldgebiet, wo ich mein Nachtlager bezog. Morgen früh aufstehen und dann früh aufhören.

Tageskilometer: 124,86
Nettozeit: 7:09 Std.
Gedanke des Tages: Es ist gut, so wie es ist!

Ein Kommentar

  1. Rebbecca sagt:

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