Tag 19 – Von der Zeelandbrücke bis Hoek von Holland

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Ich wurde kurz wach und guckte auf die Uhr. Sie zeigte gerade 2Uhr nachts. Wind ließ das Zelt erheblich wackeln. Doch der Wind wurde nicht schwächer, sondern immer stärker und plötzlich ging ein Regenschauer mit ziemlich großen Tropfen nieder, die so stark waten, dass ich fürchtete, sie würden das Zelt zerreißen. Für eine viertel Stunde fühlte ich mich wieder wie in den schottischen Highlands, doch um Punkt 2:15h war alles wieder vorbei und 5 Stunden später erwachte ich um, wie vorher angewiesen, weckte ich mit meiner zartesten Stimmen ChrisB. Nachdem ich dies mit einem Medley der miesesten Popsongs endlich schaffte, frühstückten wir, um uns dann der Überquerung der ca. 5Km langen Zeelandbrücke zu widmen. Wenige Kilometer dahinter trafen wir Thomas aus Frankreich, ein (mal wieder) sehr spartanischer Radreisender der mit suboptimaler Ausrüstung und Sardinen und Couscous durch die Lande zog und anscheinend in diversen Häfen ein Mädel hatte….. Er macht alles richtig. Nach gemeinsamen Austausch und Fotosashion ging es zur ersten Mittagspause und der örtliche Spar hatte dazu sogar noch WiFi. Schnell noch einige Lebenszeichen geschickt und dann ab, um bald wieder auf die NSCR zu gelangen. Wir hatten ja einen Abstecher nach Antwerpen gemacht, weshalb wir die Nordseeküste verließen. Nun waren wir schneller wieder drauf, als uns lieb war, weil wir eine Fähre nicht erwischt hatten und deshalb über Elkerzee den Weg außen herum über den nördlich Landarm herum radelten. Der Nordseeküstenradweg hatte uns wieder. :-) Anschließend kauften wir pompös ein, um uns ein 2 Gänge Gaskocher Menü zu zaubern und wollten eigentlich etwas weiter nordwestlich unser Wildcamplager aufschlagen, doch es kam anders. Was ich als einsamen Strandabschnitt vermutete, entpuppte sich als gigantische Industrieanlage, samt Chemiefabriken und Kohlekraftwerk. Deshalb fuhren wir weiter nach Maasvlakte, um dort die (very) Fast Ferry nach Hoek von Holland zu nehmen. Der Speedkatamaran brachte uns sicher wieder an Land und nach wenigen Km erreichten wir einen Campingplatz, wo wir erst mal alles aufbauten, um danach sofort zum Meer zu gehen. Dort stürzten wir uns todesmutig in die Nordsee-Wellen. Wieder im Camp verbrachten wir bei reichlich Suppe und Thunfischnudeln den Abend mit Matthieu, der vor einer Woche von Berlin aus startete, um sich dir nächsten 4 Monate radelnd nach Portugal durchzuschlagen. Die Nachspeise, der GLADIATOR (10prozentiges Starkbier) gab uns den Rest und wir vielen in die Schlafsäcke.

Stand des Bikerteambuildings: Ich glaube ChrisB und ich haben uns aufeinander eingegroovt. Viel es mir die ersten Tage nich etwas schwer mich auf einen MitBiker einzulassen, ist es jetzt richtig geil mit einer weiteren Person zu fahren. Auch wenn wir viel aufeinander Rücksicht nehmen müssen, kommen wir verdammt gut voran. ChrisB geht ab, wie eine Rakete und radelt meist vorne weg, so dass es schwer wird ihn manchmal einzuholen. Wir sind voll auf Kurs alles zeitlich zu schaffen und uns hoffentlich genug Zeit für andere Dinge außer Fahrradfahren zu gönnen. :-)

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