Tag 18 – Von Spangenreid bis nach Lillesand

18-01

Ich saß gestern noch, solange ich die Luken offen halten konnte, im Zelt. Wenn an den Küsten weiterhin diese Berge kommen sollten, schaffe ich es niemals rechtzeitig wieder zu Hause zu sein, wenn mein Urlaub vorbei ist. Ich versuchte alle Zweifel zur Seite zu wischen und machte mich wieder auf. Knappe 2 Km später kam ich übrigens an einem wunderschönen Strand vorbei. Damn!


Und dann kamen auch wieder die lieben Berge und dann auch wieder das Schieben. In dem nächsten Dorf machte ich erst einmal mein Standardfrühstück (zwei Brötchen, 1 Aufstrich, kl. Schokoriegel, 1,5l Wasser) zum Standardpreis (ca.15 Euro). Aber egal, es ging weiter und das mal wieder auf Nebenstrecken durch den Wald, in den ich dachte, ich würde im selbigen stehen!!! Wenn ein relativ gut trainierter Hobby-Durchschnitts-Triathlet einen Herzschlag mit dem gleichen Rhytmus wie der Flügelschlag eines Kolibris hat, wie soll dann der rüstige Fahrradopa Egon DIESE Berge hochkommen?!?! Aber ruhig, Brauner – Immer auf den Blutdruck achten! Mittagszeit. Ich war so ausgemergelt, dass ich mir heute den zweiten Supermarktsbesuch in Søgne leistete. Ich hatte einen Jachter nach Bananen und … frischer Milch. Dem aufmerksamen Blogleser dürfte aufgefallen sein, dass ich seit Kurzem keine Milch mehr vertrage. Deswegen war meine Freude umso größer, als ich eine kleine Tüte mit “lactos fri” sah. Eine 1l Tüte wäre auch schlecht zu transportieren. Also bezahlte ich, machte es mir auf einer Parkbank bequem und aß meine Banane und einen großen Schluck frischer, wohlschmeckender, Laktosefreier ……… Sahne!! Ich muss das nächste Mal einfach auf das achten, was nach dem lactosfri steht: melk oder creme :-[
Weiter durch die brütende Hitze und den nicht ende wollenden Bergen. Ich hatte es ausgeschlagen, noch weiteres Wasser in Søgne zu kaufen. Schließlich hatte ich noch 1,5 Liter, die ich schon als Ballast hatte. Meine Frontflasche war leer, also wollte ich nachfüllen …. ich hatte ohne es zu merken meine Flasche verloren und war nun ohne einen Tropfen Wasser mit im Nirgendwo!
Ich schob Camilla die Berge hoch, ohne das selbst ein Haus in Sicht war, wo ich nach Leitungswasser hätte betteln können. Doch plötzlich … nein … War es wahr oderwar es eon Riss im Raum-Zeit-Kontinuum? Am Straßenrand lag eine volle, versiegelte Flasche Wasser. Selbst die Marke war die selbe! Ich stürzte die Hälfte der Flasche in einem Zug runter und radelte etwas fröhlicher weiter
Kurze Zeit später kam ich in Kristiansand an. Am Hafen direkt neben dem Strand an dem einige Mädels in knappen Bikinis Volleyball spielten fand ich einen fast noch sagenhafteren Blick übers Meer an dessen Spitze ein Essenstisch stand. Ich aß die letzten Kohlenhydrate und baute an meine Wasserflaschen Laschen an, damit mir nie wieder eine verloren geht. Ein Lob an den Erfinder des Gaffa/Panzer-Tapes ;-)
Ich wollte noch etwas näher an Arendal heran, wo ich morgen beiden Eltern eines Freundes von einem Freund von mir unterkommen soll. Leider hat er sich noch nicht gemeldet … Trotzdem, ich folgte der “geliebten” Route 1 und konnte nicht glauben, wo sich mich hinführte! Die Route 1 führt den gemeinen Radfahrer nicht auf direktem Wege (20Km) nach Lillesand, sondern über Birkeland in Richtung des Landesinneren (über 40 Km) zum Ziel und natürlich … über herausfordernde Berge! Ich bin ja Pazifist, aber der norwegische Verkehrs-, Tourismusminister, Radverbandschef oder wer auch immer für die Streckenführung verantwortlich ist, sollte mir heute Nacht lieber nicht im Dunkeln begegnen! Ich kam in Lillesand an und machte es mit an einem kleinen Strandabschnitt am Fusse eines Spielplatzes bequem. Doch mein nackiger Sprung ins kühle und reinigende Nass musste noch warten, denn die Dorfjugend kam noch auf den Platz und …. pubertierte. Aber sie hatten weniger Ausdauer als ich in ihrem Alter und waren um 22Uhr verschwunden. Splish-Splash und dann Heiabubu!

Tageskilometer:142,26
Nettozeit: 8:07 Std.
Gedanke des Tages: Wieso so und nicht anders? Ich rase nur so an meinem Urlaub vorbei, wie ein Getriebener und habe buchstäblich keine Zeit zum Luft holen! Wenn das so weiter geht, brauche ich Urlaub vom Urlaub. Warum mache ich das alles? Wem will ich etwas beweisen? Fragen über Fragen und keine Antworten.

2 Kommentare

  1. Madeleine sagt:

    Liebster mick! Gerade fällt mit ein gutes buch ein….komme drauf, weil du soooooo viele fragen hast und etwas verzweifelt! Ich erzähle dir davon, wenn wir endlich eine kühle knolle schlürfen.
    Und wie gut ist das denn! Jeder verliert etwas auf dem weg und jeder hat davon nicht nur den verlust zu verkraften!!!:-) ein hoch auf termoskanne und wasserflasche! Aber bitte mit sahne…..lalalala!

  2. Nina A. sagt:

    Hej Mick, Kopf hoch auch wenn der Hals schiitig ist!!!!
    Du packst das und außerdem dachte ich, dass du zumindest deinen ehrenwerten Kollegen was beweissen willst;)
    Also tret in die Pedale und lass Camilla freien Lauf:)!!!!

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