Tag 14 – Von Kruså bis Peissener Pohl

Das letzte dänische Frühstück

Nachdem ich meinen letzten offiziellen Zeltplatz räumte, verließ ich Kruså Richtung Flensburg. Doch zuvor tauschte ich den exakten Gegenwert meiner letzten 46 Kronen für ein Brot und ein wenig Aufstrich.Bis zur Grenze waren es nur 3 Kilometer. Bei einem Strandabschnitt kurz vor Flensburg machte ich mir zelebrierte ich dann mein Frühstück. Frisch gestärkt fuhr ich dann los. Und -ZACK- ohne große Vorankündigung war ich wieder in Deutschland und -ZACK- ohne große Vorankündigung fing es wieder an zu regnen. :-(

Es zeigte sich, dass ich in Dänemark von 2 Dingen verwöhnt wurde:

1. Von Fahrradschildern – Während in Dänemark fast an jeder Ecke ein Schild mit der offiziellen Routen-Nummer zu finden war, war in Deutschland NISCHTS! Also fuhr ich als erstes zur Flensburger Touristinformation um mir dort eine Fahrradkarte zu kaufen.

2. Brauch ich nicht sagen, nä? Das Wetter natürlich! – Kaum befuhr ich deutschen Boden, musste ich schon meine Regenjacke herausholen.

Die letzten Tage hatten ihren Tribut gefordert, denn ich kam nur schleppend voran. Immer wieder musste ich eine Pause machen.

Und dann kam der Moment, vor dem ich mich die ganze Zeit gefürchtet hatte: Schmerzen! Mir schmerzte das linke Knie und zwar jedes Mal wenn ich das Bein beim Treten in das Pedal durchdrückte. Pedal rechts – Ok!, Pedal links – Ahhhhh!, Pedal rechts – Ok!, Pedal links – Ahhhhh!, Pedal rechts – Ok!, Pedal links – Ahhhhh! …und so weiter und so weiter.

Aber egal, weiter geht’s, denn bei dem Wetter macht ein weiterer Tag keinen Spaß! Ich wollte nur noch einmal schlafen und dann zuhause sein!

Doch irgendwann, war der Regen zu stark und ich steuerte den nächsten Supermarkt an, um mich unter das Dach zu stellen. Dort angekommen, rief mich mein Vater an und fragte mich, ob er mich abholen sollte. NEIN, nicht kurz vor dem Ende der Reise. Nicht kurz vor der Tatsache, dass ich aus eigener Kraft eine Strecke von 1600 Km zurückgelegt hatte. Es nieselt noch etwas, als ich meinen Drahtesel wieder bestieg und weiterfuhr.

Ich fuhr mit Schmerzen weiter, doch wußte ich nicht genau wohin. Irgendwann fuhr ich nur noch durch Gemüsefelder und sah viele Trecker. Ich beschloß einen Bauer um die Erlaubnis zu bitten mein Zelt auf seinem Grundstück aufstellen zu dürfen, wenn ich zu erschöpft sein sollte. Doch ich wollte noch etwas weiter fahren.

Dann war es soweit – 2 Stunden nach der Tunneldurchquerung des Nord-Ostseekanals war ich ferDICH mit der Welt! Ich konnte nicht mehr!

Mittlerweile neben einer Bundesstraße und natürlich war seit mehreren Kilometern kein Bauernhof mehr zu sehen. Immer wieder zogen hin und wieder einige Waldstücke vorbei. Irgendwann fuhr ich schnell in eines dieser Waldstücke hinein. Dabei versuchte ich nicht von der Straße aus gesehen zu werden.

Im Regen baute ich schnell das Zelt auf und verkroch mich im Innenraum. Wenn ich die letzten Tage meinen Zeltplatz fotografierte, hätte man bei manchen m.E. glauben können, sie seien einem Outdoor-Katalog entliehen. Das genaue Gegenteil war am vorletzten Tag meiner Reise der Fall!

Diese Platz auf der Hohe von Peissener Pohl, kurz vor Itzehoe, war nicht nur ziemlich hässlich, nein auch ein wenig zum Fürchten. Das war der Grund, warum ich auch nicht gerade gut schlief …. bei meiner letzten Übernachtung dieser Reise.

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