Tag 14 – Von Bergen bis Langevåg

14-1

Yeah! Es geht wieder los! Aufgewacht gegen 8Uhr. Die Landsleute waren auch schon wach und witzelten schon, ob ich das Wetter aus Schottland mitgebracht hätte, denn (natürlich) hatte es die halbe Nacht geregnet und der Himmel bot keinen Flecken Blau. X-(
Ich lud noch Akkus und machte mir noch ein kleines Müslifrühstück und dann ging es los. Bergen und Umgebung ist im Moment eine einzige Baustelle und so fuhr ich die ersten Kilometer erst einmal auf Schutt begleitet von zarten Klang des Presslufthammers. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich erst einmal total verfuhr. Ich spielte schon mit dem Gedanken mal wieder über die Schnellstraße abzukürzen, besann mich aber gleich eines Besseren.

Leider sind die norwegischen Autofahrer nicht so tiefenentspannt und rücksichtsvoll wie die schottischen und als ich mit bestimmt 70 Sachen von einem LKW überholt wurde und mich sein Anhänger bei diesem Manöver beinahe von der Straße fegte, fuhr ich ganz schnell wieder auf den NSCR zurück. In Osoyro ging es dann zum ersten Mal auf eine Fähre nach Fitjar. Dabei weiß ich nicht, ob die für Radfahrer umsonst ist oder ob mich nur keiner abkassiert hatte. Tja, da tat es auch nur noch medium weh, für mein belegtes Brötchen satte 64 Kronen bezahlt zu haben. Wenn es so weiter geht bin ich in 3 Tagen pleite … und das ist kein Spruch! Als ich noch Fotos vom Oberdeck aus machen wollte, sah ich noch einen Typen der an seiner Cola nuckelte, austrank, Deckel zuschraubte, in Richtung Mülleimer ging und die Flasche über Bord warf! WTF! Ein Beispiel, schottischer und norwegischer Müllerei. Später ging es noch mal durch ein Waldstück. Ich zählte 3 Sofas und einen Kühlschrank!
Dann erreichte ich Leirvig und plötzlich sah ich keine Schilder mehr, die ansonsten an jeder Ecke standen. Als ich an der Straße stand und in meiner Karte guckte, hielt ein Motorrad mit einem Pärchen drauf, die mir helfen wollten. Warum? Weil sie freundliche Leute waren … und sie den FC St. Pauli cool fanden (hatte das FCSP Radtrikot an) ;-)
Dann wusste ich leider nicht, ob ich den Tunnel nach Valevåg nehmen musste. Die freundliche Frau am Schalter vor dem Tunnel sagte “NEIN, aber ich mag dein Huhn!” und ich solle doch den Bus nehmen. Der kam aber erst in einer Stunde und als ich den Bus sah, der in die andere Richtung fuhr (an die älteren Hamburger Semester: Erinnert ihr euch noch an die alten HVV-Busse mit den Stufen? So, nur doppelt so hoch), ging ich eine Nebenstrecke an. Später stellte die sich auch als die richtige Strecke heraus. Es ging über krass hohe Hängebrücken und malerisch schöne Örtchen und das alles mittlerweile bei aufgerissenen Himmel. Aber ich war fertig und wollte nur noch einen Schlafplatz, was essen und dann in den Schlafsack. Irgendwann, ohne blasphemisch zu werden, bot mir Jesus einen Übernachtungsstätte an (Foto folgt), aber ich lehnte ab. Ich wollte ans Wasser und nicht auf Stein schlafen. Kurze Zeit später traf ich eine fünfköpfige Radreisefamilie aus Frankreich die mir entgegen kam und mit denen ich kurz quatschte. So kurz dass wir die ganze Straße blockierten und damit den ganzen Verkehr aufhielten -Critical Mass mal anders ;-)
Dann erreichte ich um ca. 19Uhr die Fähre bei Langevåg. Einmal ein bisschen rumgefahren und schon packte ich mich ans Ufer gegenüber des Fährterminals in die Weiden, die ein tolles Polster fürs Pennen bildeten. Dann fast etwas wie ein Sonnenuntergang. Hoffentlich wird das Wetter besser!

Tageskilometer: 128,73
Nettozeit: 7:25 Std.
Song des Tages: Aller Anfang ist schwer und “The Future Starts Slow” von The Kills

Ein Kommentar

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