Tag 12 -Von der Fähre bis zum Flughafen

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Nachdem ich noch einen Schlummer-Ingwerbier-Trunk zu mir genommen hatte, ging ich (nach dem Ablegen von unserem Zwischenstopp Kirkwall) zu … Coach!
Ein Sofa in einem Zwischengang war meine Schlafstätte für die Nacht. Ich wachte total verdattert kurz vor 7Uhr auf – also kurz bevor die NorthLink-Fähre den Hafen von Aberdeen erreichte.
Als es soweit war, ging es zum Lower-Deck das Rad abbinden und aus dem Schiffsbauch raus ins vertraute Aberdeen radeln. Dabei begleitete ich das französische Pärchen von gestern und verbrachte den ganzen Vormittag mit Irene und Thomas. Wir frühstückten, tranken Kaffee und redeten über Reisen, Schulsysteme, wie wir leben wollen, warum so wenige Franzosen englisch sprechen (wollen) und ob bzw. dass Bielefeld existiert ;-)


Danach wollten sie ihre Reisekasse etwas aufbessern und wir fuhren in eine Fussgängerzone. In respektvollem Abstand zu den anderen Musikern, wählten sie einen Platz und holten ihre Instrumente hervor. Irene spielte Klarinette und Thomas das Arkordion, was sie in Deutschland gefunden hatten. Super klasse! Thomas war der Meinung, er würde zwar nicht so gut spielen, dafür aber mit Herz und Energie. Es traf eher zu, dass er mit Herz und Energie spielte UND gut dazu ;-) Sie spielten in unterschiedlichen Stilen und Sprachen. Eine (bestimmt schon) 80jährige Oma kam auf mich zu und sagte: Die sollen mal wieder die schnellen Stücke von eben nochmal spielen. Das bringt mein Blut in wallung! …Wie cool ist die denn?!
Doch dann kam der Moment der Abschiedes, nicht ohne uns gegenseitig eines Obdaches zu versichern, wenn einer von uns mal in der Nähe sein sollte :-)
Zunächst musste ich natürlich checken, was die deutschen Triathlonjungs in London reißen. Ab in den nächsten Pub und zu Burger, Coleslaw und Bier wenigstens noch das Laufen verfolgen. Die große Leinwand im Hinterhof war zwar verlockend, aber …..brauch ich nicht schreiben- oder?… es fing mal wieder in Strömen an zu regnen. Deswegen nur kurz Flagge zeigen für Frodo & Co., alleine beim Public Viewing, und dann schnell wieder rein zum Essen! :-) Pappsatt konnte die Kulturtour erneut losgehen. Zunächst besuchte ich das Tolbooth Museum – ein süßes, kleines Museum über die Geschichte des Verbrechens und die Rechtssprechung in Aberdeen über die Jahrhunderte.
In der Art Gallery gab es ein buntes Potpourri unterschiedlicher Ausstellungen von klassischen Werken, über moderne Bilder und Skulpturen bis hin zur Spezial-Ausstellung über eine Tochter Aberdeens: Annie Lennox.
Da ich jetzt auch kulturmäßig gesättigt war, sicherte ich einen Großteil der Fotos meiner wiederbelebten Kamera in der öffentlichen Bibliothek, die mir (einen beim Eintritt patschnassen Typen in Gegenklamotten) freundlicherweise erlaubten, umsonst einen Computer für 20min zu benutzen.
Dann ging es ab zum Flughafen, doch der krasseste Regenschauer der bisherigen Reise machte mir zunächst einen Strich durch die Rechnung. Ich stand wutschnaubend und fluchend unter einen Baum und sah Aberdeen langsam absaufen. Toll dass die BBC gestern eine Regenwahrscheinlichkeit von 0% vorausgesagt hatte. :-( Die großen Schlaglöcher an den Straßenseiten bewirkten zusätzlich auch noch, dass ich noch ne Extradusche von der Seite bekam, wenn mal wieder ein ganz Schneller an mir vorbei fuhr … durch besagtes mit Regenwasser gefülltes Schlagloch. Konsequenz: Splash in my face!!! Ahhhhh!!!
Schließlich kam ich vollkommen durchnässt am Flughafen an und hoffe nun, dass mich keiner wegjagt und ich wenigstens ein paar Stunden schlafen kann.
Bis dahin mach ich eine kleine Sozialstudie über Abschiede und Willkommensrituale aufn Flughafen. Ist bisher alles dabei: Von herzzerreißend schön bis total assi.

Tageskilometer: 19,58
Nettozeit: 1:57 Std.
Song des Tages: Aufgrund der heute besuchten Ausstellung und der Wettersituation liegt eigentlich “Here comes the rain again” von den Eurythmics nahe, ich entscheide mich aber für jeden Song den Irene und Thomas heute in der Fussgängerzone gespielt haben ;-)

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