Tag 11 – Vom Hostel zur Fähre

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Ich dachte nicht lange nach. Nach der Usain Bolt-Show sah ich sie, krallte sie mir und trug sie in mein Bett, um ihr die ganze Nacht lang meine Wärme zu geben. Also schlief ich mit ihr und auf ihr ein………
meine mit Regenwasser durchtränkten Kamera!
Es war mir zu gefährlich, sie auf die Heizung zu legen oder sie in den Trockenraum zu hängen. Also versuchte ich mit meiner Körperwärme das Wasser aus ihr raus zu kriegen. Ich wachte auf und das Wasser, das man vorher unter dem Display hin und her schwenken konnte, wie Sand in einer Sanduhr, war verschwunden! Der Moment der Wahrheit: Ich packte einen Akku rein und betätigte den ON-Button……wie Phoenix aus der Asche erwachte meine Kamera wieder zum Leben! Zwar war das Display noch etwas verschwommen, aber sie knipste wieder! Yeah!
Ich packte meine Sachen und versuchte trotzdem die Fotos auf der Speicherkarte durch einen Upload zu sichern. Doch leider war die Sicherheitseinstellung des Hostel-Servers so hoch eingestellt, dass ich weder die deutsche FB Seite, noch meinen Email Account oder die Bike4Rights Seite öffnen konnte. Also kommen die neuen Fotos etwas später.


Ansonsten war das Hostel in Lerwick das beste während der gesamten Reise mit der entspanntesten und hilfsbereitesten Crew! Nachdem Camilla gepackt war, hieß es Zeit totschlagen! Ich musste um 15:30 bei dem Fährenterminal einchecken. Das reichte einfach nicht mehr aus, um die Insel weiter kennenzulernen. Also gings zum nächsten Tesco, Frühstück kaufen und ab zu den “Cliffs” von Clickimin, denn …… Is klar, ne: An dem Tag, wo ich nicht groß unterwegs bin scheint die Sonne!!! Ich genoss mein Frühstück am Meer und hatte dann auch bald Gesellschaft durch den Insulaner Ciaran und seinen BMX-Freunden: 5 sieben- bis zehnjährige Kids standen um mich herum und fragten mich über meine Tour, mein Rad und mich aus. Nachdem ich fast ne halbe Stunde sämtliche Fragen beantwortet hatte und ich versprach mal wieder auf die Insel zu kommen, machte ich in Kultur und besuchte das Shetland-Museum. Schönes, sehr liebevoll eingerichtetes und kostenfreies Museum rund um die Shetlandinseln. Danach ging es ab ins Museums-Restaurant, wo ich mir eine große Schale heiße Schokolade und einen Shetland Chocolate Brownie with ice cream genehmigte. Neben der akuten Gefahr einer Diabetes, vergaß ich mal wieder meine leichte Laktoseintoleranz, die sich vor ca. 6 Monaten entwickelt hatte. Furzend aber glücklich fuhr ich zum Ferryterminal und checkte ein. Ich wurde von den Hafenarbeiter eingewiesen, wo ich das Rad anbinden konnte und ging danach aufs Oberdeck, wo ich wiederum gleich zur Bar ging. Die Devise war- das eigentlich für die Kamera zurückgelegte Geld in Bier anlegen und Olympia Gymnastik gucken ;-)
Hatte dann noch ein sehr gutes Gespräch mit einem französischen Radfahrerpärchen, die schon seit 4 Monaten (!) unterwegs sind – gleich Kontaktdaten ausgetauscht :-)
In 14 Stunden bin ich in Aberdeen. Dann heißt es erneut ausharren, bis der Flieger mich am Mittwoch nach Bergen bringt. Dort werde ich endlich wieder radfahren!!!

Was ist nicht zur heutigen Strecke zu sagen: Eine anspruchsvolle Strecke mit einigen Steigungen, herausfordernden Kurven und teilweise Pflastersteine als Untergrund. Aber Gottlob war diese Tortur vorbei nach …

Tageskilometer: 8,99
Nettozeit: 0:49 Std.
Song des Tages: “Going Somewhere” von Colin Hay … auch wenn mir auf diesem Kutter ständig das “LoveBoat”-Theme durch den Kopf geht ;-)

5 Kommentare

  1. Mario sagt:

    Hey Mick,
    super geil deine Berichte zu lesen, ich fieber mit.
    Wie Bastian Balthasar Bux der die Abenteuer von Atréju mit verfolgt………ok ok ich weiß der Vergleich hinkt, weil kein Indianer, kein Pferd, kein Fuchur etc :-) Egal, weiter so.
    Bin bei dir.
    Grüße Fresh

  2. Jan sagt:

    Merken: kein Windschattenfahren mit Mick nach Verzehr von Milchprodukten ;-P
    tapfer bleiben Alter! Viele Grüße

  3. Sabine sagt:

    Lieber Mick,
    Madeleine hat mir heute gezeigt, was Du so alles bisher erlebt bzw. geschrieben hast. Ich bin total beeindruckt, was für einen starken und sportlichen Mitarbeiter wir hier in unserem Team haben!
    Ich wünsche Dir für die weitere Tour viel Kraft, Freude, Sonne und nette Menschen.
    Ich werde weiterhin Deine Nachrichten verfolgen und freue mich schon auf die Fortsetzung.
    Lieben Gruß
    Sabine

  4. [...] 9: Einmal rund um Main-Orkney Tag 10: Von Lerwick nach Lerwick Tag 11: Vom Hostel zur Fähre Tag 12: Von der Fähre bis zum Flughafen Tag 13: Vom Flughafen bis zum Campingplatz in Bergen Tag [...]

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