Tag 10 – Von Beccles bis Colchester

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Ich machte einen Spalt der Zelttür auf und zu meiner Überraschung war ein strahlend blauer Himmel und die Sonne da um mich zu begrüßen. Ich hatte fest damit gerechnet, dass mir ein paar Regentag bevorsteht, dich Pustekuchen. Es war ein herrlicher Morgen und nach dem Frühstück und dem Packen konnte ich ein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht kriegen. Schon nach einer Stunde wollte ich in Halesworth die zweite Frühstückspause einlegen. Ich wollte diese aber kurz machen. Doch ich hatte nicht mit Tom gerechnet. :-) Der ältere Gentleman und ich plauderten fast ne halbe Stunde u.a. über meine Tour, aber auch seinen Unfall. Er wurde als Radfahrer von einem Auto angefahren und hätte in seinem Bein so große Schmerzen, dass er kaum mehr als 2 Meilen fahren könnte. Deswegen hatte er sich ein EBike zugelegt, um sich wieder langsam an den Bewegungsverlauf zu gewöhnen. Jetzt wurde sein Bein schon wieder 10 Meilen peddalieren mitmachen. Cooler Typ! Kaum 10 Minuten später, war ich nahe Peasenhall mitten in einem Radrennen…. nur kamen mir die Rennradfahrer ENTGEGEN! Neben einigen engen Stellen, wo es doch etwas gefährlich wurde, wenn mir die Leute pfeilschnell entgegenkamen, war es ein extrem lustiger Streckenteil: Immer wieder sagte ich: “good morning”, “morning”, “hi”, “morning”, was entgegnet wurde mit “hey” “morning” “Wow, way to go mate” “wrong direction” ;-) Gut 20 Minuten das selbe, bis ich die Rennstrecke verließ, jedoch zuvor noch am Rand abstieg und abfeuerte.
Es ging weiter nach Ipswich, um dort eine weitere Verpflegungspause zu machen. Danach folgte ich einer Strecke, von der mein Garmin sagte, sie würde um die Autobahn herumführen. Tat sie auch, nur 1. ging es auf eine Kuhwiese und 2. war die Zugangstüren so schnell weder ein adipöser Engländer (sorry, aber es muss mal raus: Ich traf fast nur super nette Menschen, aber ernährungstechnisch hat Herr Oliver nicht untertrieben), noch Camilla da hindurchpasste. Also packte ich alles ab und hob mein Rad über den Zaun. Dabei kam ich so unglücklich gegen meinen Tacho, dass der Plastikrahmen brach und die Kabel abrissen. Kein Tacho! Kein Problem, dachte ich zuerst, doch mit der Zeit entwickelte ich Spielchen, wie die Km-Zahl in einer Stunde tippen und selbst beim Schieben steiler Berge, war es beruhigend zu sehen trotzdem irgendwie voranzukommen. Es half nichts! Ich hielt an einer Bushaltestelle und mit viel Mühe, Fingerfertigkeit und Gaffatape fummelte die neu abgeschnittenen Kabelkontakte wieder zusammen und hoffte darauf, dass alles hält. Und voilà! SEHT MEIN WERK! ICH HABE TACHO HEIL GEMACHT!
Bis ich Colchester erreichte sollten noch 2 weitere fahrradundurchschreitbare Türen folgen, wo das Prozedere, diesmal mit größtem Bedacht, wiederholt werden musste. Dann eine Ekelsekunde: Da ich nicht mehr aufs Abendessen warten wollte, kaufte ich ein Sandwich, holte es aus der Verpackung, biss ab unnnnnd…. verschimmelt. Na toll,bloß keine Lebensmittelvergiftung! Ich gab es wieder ab und holte mir mein Geld zurück. Jetzt hieß es nur noch: Schlafplatz! Doch wo? Ich konnte und wollte nicht mehr suchen und suchte mir eine Ecke des Örtlichen Stadtparks/Hundewiese aus, habe gerade gegessen, warte bis es dämmert mit dem Zeltaufbau und hoffe, dass ich keinen Stress kriege. Morgen unbedingt entweder am Meer oder mal wieder ein Campingplatz.

Gedanke des Tages: Ich habe Tacho heil gemacht! ;-)

One comment

  1. Madeleine says:

    Ich denke an Dich! Tolle Berichte mal wieder. Freue mich jeden Tag drauf:-)

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