Tag 1 – Von Hamburg über Edinburgh bis Kirkcaldy

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Konnte ich noch schlafen? Nein! Zackbum, war die Uhr auch schon 4 und ich wurde von einem Bekannten abgeholt in dessen Auto Camilla perfekt passte.
Auf dem Weg zum Flughafen fielen mir schon die Augen immer wieder zu. Keine Wunder nach fast 24Std – in denen ich auch nicht gerade Däumchen gedreht hatte.
Dann war er da: Der Abschied beim Flughafen. Ich war mit meinem “Sperrgepäck” alleine, was ihren Namen verdiente: Das eingepackte Rad und die 4 Taschen waren alleine kaum zu transportieren.
Nach 20 min öffnete der BA Schalter und ich sollte heute wieder viele Dinge lernen!


“Das wird teuer”, sagte die Frau. Sie meinte meine ganzen Gepäcktaschen + Rad. Ich sollte wenigstens einen Back-Packer mit als Handgepäck nehmen. Sonst würden sich die ohnehin schon 100 Euro! auf 150 erhöhen ( 50 fürs Rad, 50 für jede Tasche) Ich nahm die mit überwiegend Klamotten drin, gab die andere auf und dann ab zur Sicherheitskontrolle. Leider befand sich noch meine (200ml) Sonnenmilch in der Fronttasche. Als ich die schon wegschmeißen wollte, fragte der Sicherheitsmensch: Was ist in den Döschen? – Fuck, mein Pesto! Auch eine Flüssigkeit und mein Olivenöl war auch noch drin! Damn!

Ich wurde wieder zum Schalter geschickt, die dann wiederum sagten, ich solle die Gepäckstücke wieder in Empfang nehmen und umpacken. So lief ich zum Empfang, wo noch niemand war und irrte durch die leeren Hallen. Ich fragte mich aufgereckt rum, ob jemand meine Fahrradtaschen gesehen hätte. Der eine Sicherheitsmensch, der müde von seiner Zeitung aufsah schickte mich zum nächsten, der mich wiederum zurückschickte…und so weiter.
Plötzlich standen meine Taschen einfach im Gang. Ich packte wie ein Wiesel alle bösen Sachen in die eine und alle guten Sachen in die andere Tasche. Danach musste ich alles wieder aufgeben und die Schlange war mittlerweile lang. Doch ich schaffte es rechtzeitig und ging nach bestandener Sicherheitskontrolle zum Gate. AHHHHHHHHHHHH!!!!!!

Nachdem ich mir einen Kurzen Baldrian hinter die Binde goss, wurde auch schon das Flugzeug bestiegen. Atmen, Mick, atmen!
Fensterplatz und dann auch noch ein hübsche Mädel neben mir – jetzt souverän und kontrolliert aussehen und sich nicht anmerken lassen, dass ich am liebsten schreiend, kotzend und laufend (alles gleichzeitig) den Flieger wieder verlassen würde!
Aber hey,…. es war OK! Der Flug ins regnerische London, die Wartezeit in Heathrow, das Umsteigen und der Flug ins sonnige Edinburgh (auch Fensterplatz – nur auf der anderen Seite) waren nicht so schlimm wie gedacht. Könnte aber auch am Baldrian oder an den mittlerweile 27 Stunden ohne Schlaf liegen!

In Edinburgh angekommen wartete ich am Laufband auf meine Sachen und hoffte, dass aufgrund des ganzen Heckmecks jetzt nicht noch was passiert wäre. Doch nach und nach kamen sie an und als noch ein junger Mann mein Fahrrad brachte war ich “complete again”!
Ich bereitete mein Rad vor, schraubte Lenker und Pedalen wieder an und machte meine Amnesty-Flagge bereit. Ich hätte fast heulen können: Das Abenteuer ging jetzt wirklich los!!!

Jetzt hieß es den Outdoorausstatter zu finden und eine Gaskartusche zu kaufen. Doch mein Navi ließ mich im Stich. Mit dem Handynavi versuchte ich die ungefähre Richtung anzupeilen, erreichte das Geschäft aber nur indem ich mich durchfragte.
Vollkommen ausgestattet erfüllte dann aber mein Radnavi seinen Dienst und geleitete mich sehr gut Richtung Norden. Hin und wieder fragten Passanten und sogar ein neben mir her fahrender Autofahrer, nach meinem Vorhaben. Mit erhobenen Daumen verabschiedeten mich alle und wünschten mir Erfolg.

Das Wetter war super und es gab nur wenige Schauer.

Nachdem ich mir noch Wasser kaufte, waren alle meine Kraftreserven aufgebraucht. Neben eine Landstraße auf einem verwilderten ehemaligen Fussweg baute ich meine Zelt kurz hinter Kirkcaldy auf und machte mir was zu essen. Total erschöpft nach fast 39 Stunden ohne Schlaf fiel ich in den Schlafsack.

Tageskilometer: 73.41 Km
Nettozeit: 5:08 min

Heute keine Musik gehört, aber während meiner Wartezeit in Heathrow, beschalte eine Pafümerie die ganze Halle mit “Beautiful Nightmare” von Beyoncé…. es sagte niemand, dass die hier erwähnten Songs welche sind, die ich auch gut finde. ;-)

2 Kommentare

  1. Rolls sagt:

    Yeah, jetzt bist Du unterwegs. Jeder Tritt bringt Dich nun Deinem Ziel ein Stück näher.

  2. [...] 1: Von Hamburg nach Edingburgh Tag 2: Von Edingburgh bis Dundee Tag 3: Von Dundee bis Aberdeen Tag 4: Von Aberdeen bis Portessie [...]

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