Tour 2013

(Deutsch) BIKE4RIGHTS 2013 geht endlich los!!!!

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Tag 1 – Von Hamburg nach Edinburgh

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Schließlich, letztlich und endlich liege ich jetzt in meinem Zelt auf einer Wiese mitten in Edinburgh. Es war ein unsicherer Weg bis hier. Über Wochen war diese Reise immer wieder kurz vor der Absage, da mein Vater lebensbedrohlich krank wurde. Zwar geht es ihm jetzt etwas besser, dennoch bin ich angesichts einer schwerwiegenden OP, die übernächste Woche stattfinden soll, nicht ganz hier in Schottland.
Naja, ich habe wie immer, nicht viel geschlafen. So rannte ich durch meine Wohnung und packte alles zusammen, packte es aus und packte es wieder zusammen. Irgendwann war es höchste Zeit loszufahren.
Am Flughafen per Bahn angekommen, packte ich alle Sachen um. Seitentaschen ineinander, mit Klamotten und Bücher gefüllt, damit ich sie als Handgepäck mitnehmen kann. Die große Tasche wurde zur Aufgabe mit allen bösen Sachen gefüllt (Essen, Werkzeug und alles andere). Neben meiner Seitentasche hoch 2,wollte ich auch meine Lenkertasche mit Elektronik mitnehmen. Ich stellte mich in die Schlange, die sich durch die ganze Halle… schlängelte.
Dann erfuhr ich, dass man aber nur eine Tasche als Handgepäck mitnehmen darf.
Also musste ich die Lenkertasche auch noch irgendwie reinquetschen, da anderenfalls eine Gebühr von 50Euro fällig gewesen wäre – nur für die Lenkertasche!!! Ich schaffte es und musste auch noch das Rad bezahlen. Also huschte ich zur anderen Seite der Halle zum nächsten Schalter. “Passierschein A38″ schoss mir durch den Kopf… Dann sagte mir noch die Mitarbeiterin, dass ich Geld sparen könnte. Wenn ich auch gleich den Radtransport für den Rückflug bezahle. “Nein, ich fahre selbst wieder zurück”.
“Ja sag ich doch”, antwortete sie, “also kannst du ein Sportpaketpreis buchen und Geld sparen.” Als ich ihr sagte, dass ich MIT DEM RAD zurückfahren, fiel sie fast vom Stuhl! Continue reading “Tag 1 – Von Hamburg nach Edinburgh” »

Tag 2 – Von Edinburgh bis Berwick upon Tweet

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Unglaublich! Es war selbst die Nacht so warm, dass ich den Schlafsack gar nicht zuziehen musste!
Schnell noch zum Supermarkt um nach kleinen Tetrapacks Sojamilch zu schauen, doch die fande ich leider nicht, also gab es Sandwiches. Kürze Zeit später, radelte ich los. Ein tolles Gefühl wieder auf Tour zu sein und dann bei dem Wetter. Das war so großartig, dass selbst die Luft in der Ferne flimmerte! War ich in Venice?? Nein, ich war i n Shitake…. ähhhhh am Portobello Beach. Bei jedem Foto, kam ich ins Gespräch mit Leuten. Weiter ging es durch den Bruuuuuns.. tschulle.. ich meine Brunsdale Mill Park. Eine kleine schöne Strecke, aber auch immer mit Schlammlöcher und Kieswegen… und dann plötzlich kam ich wieder zum selben Schild, der am Eingang war.. ES WAR DER EINGANG! Continue reading “Tag 2 – Von Edinburgh bis Berwick upon Tweet” »

Tag 3 – Von Berwick bis kurz hinter Ashington

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Es war eine unruhige Nacht hinter der Hecke, denn davor waren einige Parkbänke auf denen sich die Dorfjungend breit gemacht hatte. Erst gegen 3Uhr waren sie verschwunden ohne glücklicherweise auf mein Zelt uriniert zu haben. Geweckt wurde ich 2Stunden später von dicken Regentropfen die im Beat auf mein Zeltdach trommelten. Während ich noch mein Sonnenbrand von gestern schmerzte, wurde ich von der grausamen Realität eingeholt, dass der Flieger mich eben nicht auf eine tropische Insel brachte, sondern doch nach Schottland! Ich frühstuckte, packte alles zusammen und zog mir meine Regenklamotten an. Als es nicht mehr in Strömen regnete, passte ich den Moment ab, um das Zelt abzubauen und loszufahren. Nur 3 Kilometer später, hatte sich der Niederschlag wieder die vorherige Menge erreicht und dazu kam mal wieder die “rustikale Streckenführung am Busen der Natur” die ich schon die letzten Jahre besonders bei Regen gehasst hatte: ganze 5 Km führten über eine Schafsweide! Eine kleine, mit Regenwasser überlaufende Spurrinne wies den arg holprigen Weg. Es regnete und regnete. Gestern erzählten mir noch Leute, dass es die letzten Wochen hier kaum geregnet hätte. Sollte sich das ausgerechnet ändern, wenn ich hier mit dem Fahrrad bin?!?!? Continue reading “Tag 3 – Von Berwick bis kurz hinter Ashington” »

Tag 4 – Von Ashington bis Redcar

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Mit Sonne, aber doch ein paar Wolken geweckt. Einige Menschen mit denen ich bereits gestern den einen oder anderen Plausch gehalten hatte, kamen erneut samt Hunden und erkundigten sich nach meiner Nachtruhe. Ich machte mich gegen 9Uhr auf, aber das Quitschen meiner vom Regen ölberaubten Kette beunruhigte mich. Plötzlich überholte mich ein sportlicher, älterer Mann. Ich hinterher und als ich ihn eingeholt hatte und nach einem Laden fragte, der Kettenöl verkauft, sagte der ich solle ihm folgen. Wir unterhielten uns etwas und ca. 15min später waren wir bei einem Geschäft für Autoteile, wo ich 2Pfund in eine kleine Flasche Kettenöl investierte. Ich bedankte und verabschiedete mich von dem Mann und kaum war eine Minute vergangen, kam der nächste Radfahrer neben mir hergefahren. Auch er begleitete mich bis zum Stadtrand von Blyth und warte mich vor den “fuckin’ yorker Autofahrern”. Continue reading “Tag 4 – Von Ashington bis Redcar” »

Tag 5 – Von Redcar nach Scarborough

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Als ich mich fertig machte, gingen schon wieder die ersten Tropfen nieder. Aber, Gott sei’s getrommelt, dauerte der Schauer nicht lange und es ging Richtung Saltburn. Dort angekommen, fuhr ich durch die Gassen und bewunderte die Läden vom Organic- bis zum Church-Shop (WTF!?). Zuvor ging es durch eine Kleingartenkolonie, wo ich die regelrechten Felder vom selbst gezogenem Gemüse bewunderte. Wenig später war das Route 1 Schild dann in Richtung eines bestimmt 25prozentig aufsteigenden Kiesberges gerichtet. Ich habe ja aufgehört mich über die Routenführung des NSCR aufzuregen. DU willst, dass ich DA mit nem Fahrrad und 20Kg Gepäck raufsteige?!?!? Kannst du haben, Sackgesicht! Nur leider nahm das die Strecke persönlich und bestrafte mich mit dem “North-York-Äquivalent” der schottischen Highlands! Stunden und Stunden schob ich Camilla, Stein- und Kieswege und Schafsweiden hinauf. Wurde dafür aber mit großartigen Ausblicken und mit dem kleinen verschlafenen Örtchen Staithes bei wieder bestem Wetter belohnt. Dennoch wollte ich etwas Zeit gutmachen und nahm die A174 als Abkürzung, um auch mal wieder Fahrrad zu fahren und nicht nur zu schieben! Letzteres musste ich in extremer Form nämlich machen, um aus Staithes wieder raus zukommen. Danach noch in Whitby ne Mittagspause gemacht und ganz böse gewesen, indem ich meine Zähne auf die Probe gestellt hatte und Winegums kaufte…. Alle Zähne sind noch am selben Ort. Robin Hoods Bay ist irgendwie an mir vorbeigegangen, dafür erreichte ich nach einer Stock und Steinfahrt auf der (Trail-) Route 1 dann schließlich Scarborough. Diverse MTBler schüttelten entweder mit dem Kopf oder sprachen mir ihre Bewunderung aus, als sie mich sahen, wie ich da längs bretterte…. oder sagten, ich wäre der verrücktes Radfahrer den sie je gesehen haben (weil Gepäck und Huhn ;-) ).
In Scarborough baute ich mein Zelt direkt an einer abgelegenen Seite eines öffentlichen Parks auf. Doch ich hatte auch Nachbarn: Leicht betrunkene aber freundliche Männer, die glaube ich nicht freiwillig auch hier zelten…. Mmmhhhhhh.
Naja, auf alle Fälle, sagte der eine, dass es bis Kingston upon Hull ziemlich flach sei. Dort werde ich morgen Patrick vom FCSP Yorkshire treffen und ne Dusche schnorren. – Die erste seit 5 Tagen! ;-)

Song des Tages: Eigentlich aus aktuellen Anlass: The Mountain Song von Jane’s Addiction, aber heute war Foo-Day auf meinem MP3 Player: “Best of you” von den Foo Fighters.

Tag 6 – Von Scarborough bis Kingston upon Hull

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Wie sagte C3PO in “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” so schön: “Here we go again!”
So machten Camilla und ich uns auch auf Richtung Dusche in Kingston. Ich fuhr erst gegen 11Uhr los. Das sollte doch zu machen sein die 75Km bis 18Uhr anzureißen, oder? Naja gestern hatte ich aufgrund der Berge für eine ähnlich lange Strecke gute 7 Stunden gebraucht (Pausen nicht mitgerechnet!). Aber die Aussage meines Nachbarn von gestern hatten sich bewahrheitet. Auch wenn kurz nach Scarborough noch einige 25prozentige Aufstiege kamen, war die Strecke durchweg gut fahrbar und dazu noch asphaltiert. Außerdem ging die Straße nach dem beschwerlichen Aufstieg, im Gegensatz zu gestern nicht rasant wieder runter (Erinnerung: Einmal erreichte ich ohne zu treten und mit leichtem Bremsen mal eben 62 Km/h), sondern fielen lange ab, so dass ich fast 3 Km entspannt 30 Km/h fahren konnte, ohne treten zu müssen. So legte ich 2 längere Pausen in Flixton und Hornsea ein und ließ es mir gut gehen mit Brötchen, Bananen und Schoki. Danach ging es auf sie Route 65 nach Kingston und auch bald hatte ich den Regen wieder. Also Klamotten wieder raus und ab zum Krankenhaus, wo ich Patrick treffen sollte. Ich hatte vor der Reise über den St. Pauli Fanclub Yorkshire Kontakt mit ihm hergestellt und er empfing mich königlich. Nach der ersten Dusche nach 6Tagen war als ich frisch und wohl duftend wieder aus dem Badezimmer kam, der Kaffee bereitet, wenig später das Abendessen und als Nachtisch das eiskalte Bier. Nach Uploads der ersten Tour Bilder auf der Bike4Rights Facebookseite, kam der gemütliche Teil des Abends mit Gespräche über die Tour, Rugby und Fussball. Komisch dass Amnesty Gruppen nie auf meine Anfragen antworten und St. Pauli Fans darüber hinaus noch so derbe gastfreundlich sind. Letztes Jahr Fredrik aus Göteborg (dessen T-Shirt ich auf der Tour mit Stolz und Dankbarkeit trage), dieses Jahr Patrick aus Yorkshire!
YNWA – WW!
:-)

Hörbuch des Tages: Die (auch wenn sie gut zu fahren war, dann doch aber) eintönige Strecke war willkommen für ein längeres Hörbuch. Meine Wahl fiel heute auf: “Der Kampf um Troja”.

Tag 7 – Von Kingston über New York nach Boston

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Nein, ich habe keinen Sprung durchs Warp-Zeit-Kontinuum gemacht und bin nich in den USA gelandet, aber der Reihe nach: Ich bin super ausgeschlafen in einem richtigen Bett aufgewacht und wurde zusätzlich noch mit Porridge und Kaffee bedient. Nachdem ich dann meine Sachen gepackt, er mir noch beim Tragen geholfen hatte und mich 100x für die unglaubliche Gastfreundschaft bei Patrick bedankt hatte, ging es für mich ab Richtung Humber Bridge. Und die war leicht zu erreichen, wohnte Patrick doch genau 150 Meter von der Route 1 entfernt! So war die gut 2Km lange Hängebrücke auch schnell erreicht und bezwungen. Danach ging es über die Landstraßen durchs Landesinnere. Der NSCR führt hier nämlich nicht direkt an der Küste längs. Schade eigentlich, denn dadurch wurde die Fahrt sehr eintönig. Zudem war sie aber auch sehr heiß, da heute laut Wetterbericht der heißeste Tag des Jahres in Großbritannien sein würde. Ich schwitzte aus allen Poren und versuchte eine Pause bei einem Café zu machen, was ich dann auch fand und mir ne Limo auf Eis genehmigte. Danach fragte ich den Barkeeper nach etwas und bekam fast die selbe Antwort, die ich vor einiger Zeit mal in einem Roman gelesen und mir in meinem Reisenotizbuch notiert hatte. Wenn du heraus finden willst, was es für einen ungefähren Wortwechsel gab, dann mach das “Quiz des Tages” ;-) Continue reading “Tag 7 – Von Kingston über New York nach Boston” »

Tag 8 – Von Boston bis Fakenham

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Ich bin ja eigentlich tiefenentspannt und habe auf dem Trip gelernt sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen, aber… Gestern Nacht, nach dem Absenden des Blogs, wollte ich noch meine Zähne putzen. Ich campte ja auf einem verwilderten Fusspfad genau hinter einer Industriehalle. Dann gingen in der dunklen Nacht zwei Gestalten direkt an mir vorbei. Ich grüßte freundlich, bekam aber keine Antwort. Als mich der eine ansah, während er an mir vorüber ging, konnte ich ihn durch die Dunkelheit ins Auge blicken……ins einzige was er hatte!!!! Continue reading “Tag 8 – Von Boston bis Fakenham” »

Tag 9 – Von Fakenham bis kurz hinter Beccles

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Nach der Nacht auf dem Campingplatz und den sagenhaften 10Std. Schlaf bin ich ganz tiefenentspannt aufgewacht. Nach einer Portion meines (noch Zuhause zusammengestellten) Kraftmüslis und kleinem Tratsch mit der Campingplatzmutter, war ich kurz nach 9Uhr wieder auf den englischen Straßen. Es sollte abermals ein sehr heißer Tag werden, also holte ich meine Gala-Uniform, also das B4R-Trikot heraus. Was ich dann aber im Laufe des Tages feststellen sollte, ist, dass diese Signalfarbe wie ein Magnet auf Käfer reagiert. :-( Continue reading “Tag 9 – Von Fakenham bis kurz hinter Beccles” »