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(Deutsch) DER LETZTE BLOG-EINTRAG!

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(Deutsch) NOCH 1 WOCHE BIKE4RIGHTS!!!

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Epilog Teil 3 – Raceday!

7

Ich wachte aufgrund der Nachbarn schon um 6 Uhr auf. Machte aber nichts, denn ich war wach. Komisch eigentlich, hatte es doch die ganze Nacht durchgeregnet! Ich studierte erneut die Wettkampfinfos und kontrollierte erneut den Inhalt meiner drei Beutel für “Bike”, “Run” und “Street Wear”. Nach jeder Teildisziplin würde ich mir den entsprechenden Beutel schnappen,

Epilog Teil 2 – Von Harburg zum Walchsee

01

Der Wecker klingelte um 6:00Uhr. Der Tag war gekommen. Ich hatte mir schon Ende 2012 vorgenommen, dass wenn ich es schaffen sollte, die Nordsee mit meiner Tour 2013 zu umrunden, ich meine erste Triathlon Mitteldistanz angehen würde. Nun, ich hatte zwar damit gebrochen und bereits im April in knapp über 6Stunden die halbe Ironman-Distanz in

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Epilog Teil 3 – Raceday!

7

Ich wachte aufgrund der Nachbarn schon um 6 Uhr auf. Machte aber nichts, denn ich war wach. Komisch eigentlich, hatte es doch die ganze Nacht durchgeregnet! :-( Ich studierte erneut die Wettkampfinfos und kontrollierte erneut den Inhalt meiner drei Beutel für “Bike”, “Run” und “Street Wear”. Nach jeder Teildisziplin würde ich mir den entsprechenden Beutel schnappen, mich umziehen, bei der zweiten natürlich Dagmar holen und dann auf die Strecke. So hatte ich das auch noch nicht gehabt, ist wohl aber bei Challengees normal. Als ich mit dem Check fertig war, wollte ich nicht zu früh in der Wechselzone sein, um im Regen zu stehen. Dazu kam noch das diese vom Campingplatz 3 Gehminuten entfernt war. Also packte ich mir mein Motivations-Album-vor-einem-Wettkampf-2013 auf die Ohren, Year Zero von den Nine Inch Nails. Für ca. ne dreiviertel Stunde muss mein Zelt ziemlich gewippt haben, da ich mit der Musik voll mit ging. Schon nach dem ersten Song hätte man mich festketten müssen. Was will dieser scheiß Regen von mir? Will der Stress, ay?!? Er kann ihn kriegen. Den werde ich fett fertig machen, den Sack!
Ich zog meinen St. Pauli Einteiler an, nahm meine Beutel und machte mich auf in die Wechselzone. Dort angekommen fing es wieder an zu regnen, wie aus Kübeln! Also schnell die Beutel plaziert, Dagmar von dem Regenplane befreit und dann ab ins Sauna-Umkleidezelt! Sauna weil es reel so heiß war, dass ein leichter Nebel darin stand. Nochmal alles kontrolliert und den Neo angezogen und dann ab zum Schwimmstart. Neben einigen Fotos mit anderen Triathleten, schleimte ich mich dann noch bei einem Wettkampfrichter ein und bejubelte dann die ersten Startgruppen. Und dann war es soweit: 9:20. Der Neo wurde geschlossen, ich lief über die Zeitmessmatte und ging ins Wasser. Nun eher fiel ich hinein. Ich rutschte auf einem rutschigen Stein aus und saß ohne große Möglichkeiten die Haltungsnote zu verbessern im Wasser. Neben einigem Gelächter, sagte ich noch, dass ich diesen Sturz gerne in Kauf nehme, wenn ich mich dafür im Regen denn auf dem Rad halten würde. ;-)
Dann war es soweit! Startschuss zu meiner zweiten Mitteldistanz und zur letzten großen Aufgabe für Bike4Rights! Im beinahe kristallklarem Wasser des Walchsees ging es los wie immer: Hektisches Gewusel, Wasser schlucken und um mich herum nur Arme und Beine! Nach der ersten Boje fand ich meinen Rhythmus. Kraulschlag, Gleiten, Kraulschlag, Gleiten! Auch die engen Stellen an den Bojen liefen unproblematisch, weil ich eher ein schlechter Schwimmer bin und die meisten Leute schon weiter vorne waren.
Dann war der Ausstieg in Sicht und ich bemerkte, dass die kurze Regenpause während des Starts auch schon wieder vorbei war. Ich torckelte die Rampe hoch, zog den Beo halb aus und mit stolzgeschwellter St. Pauli Brust schnappte ich mir meinen Bike-Bag und lief ins Wechselzelt. Dort zog ich den Neo, gazellenähnlich, ganz aus, trocknete mich etwas ab und zog Socken und Klick-Schuhe an. Ein Vereinskollege hatte mir seine alten Schuhe für nen Appel und nen Ei vermacht und nun sollten sie das erste Mal bei einem Wettkampf zum Einsatz kommen, denn bisher war ich immer nur mit Pedalkörbchen gefahren. Langsam wird aus mir ein richtiger Triathlet! ;-) Ich holte Dagmar und lief aus der Wechselzone zur Strecke, sattelte auf, klickte ohne Probleme ein und fuhr… “durch den Monsun”. Nach dem ersten Kilometer dachte ich schon: OK, das mit dem unter 6Std. bleiben kann ich vergessen! Als Rennradunfallopfer samt Schlüsselbeinbruch und 1 jähriger Untermiete einer Knochenplatte samt 8 Schrauben bin ich bei steilen Abfahrten in Kombination mit Regen sehr, sehr vorsichtig. Dies sollte mein Bike4Rights-Party-Wettkampf werden, nicht der bei dem ich mir das Tiroler Krankenhauswesen von innen betrachte! Denn abwärts ging es sehr auf den ersten Kilometern. Trotz, aufgrund des Regens, beschlagenen Tachos und total beschlagener Brille, sah ich im Augenwinkel dann doch schon die 52Km/h auf dem Display. Während ich darüber sinierte, ob ich für die 90Km Strecke die 2Std. Grenze knacken könnte, wurde ich furchtbar wieder auf den Boden der Tatsachen gestellt: Willkommen in Kössen! Meine Geschwindigkeit verlangsamte sich auf 12Km/h und ich strampelte den Berg hoch, um ihn dann wieder rasant runter zu jagen. Zum Teil waren die Kurven recht scharf und auch der Straßenbelag hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Mit Wasser gefüllte Schlaglöcher und Strasenrisse ließen mich durchschütteln und fürchten, ich konnte jede Sekunde den Abflug machen. Dann die Wende bei Köhlenthal und alles wieder zurück! Nachdem es dann wieder mit über 50 Klamotten ins Tal ging, wurde noch einmal Walchsee passiert, wo die tapferen Zuschauer dem Wetter trotzten und mich und alle andere Athleten neu motivierten. Es wurde ländlicher und ich fragte mich, welch eine Naturkulisse dieser Wettkampf wohl bieten würde, wenn die Sonne scheinen würde. Überall Berge, satte grüne Wiesen… es wäre herrlich! Naja, back to reality! Auf ging es zu den nächsten Anstiegen. Dann ging es auch steil bergab. Durch die Serpentinen wurde das Regenwasser als Kühlung für meine Bremsen dringend benötigt. Ich schickte Stoßgebete nach oben, damit ich in den Kurven mich nicht verbremse und den Freiflieger mache. Unten sicher angekommen ging es dann gleich wieder… hoch! Fühlte ich mich bei meiner ersten Mitteldistanz im Mai bei der Radstrecke noch ganz gut, merkte ich jetzt schon bei den ganzen Bergen meine schweren Beine. Wie sollte dann nur das Laufen werden?!? In Hannover ging es mir beim Laufen so schlecht, dass ich fast 2:30h für die 21,1Km benötigte. Das Problem: Ich hatte noch nicht mal die erste Radrunde hinter mir, denn wenig später erreichte ich wieder Walchsee, um die bis hierhin gefahrene Strecke ein zweites Mal zu bewältigen. Auf der zweiten Runde wurde der Regen wirklich weniger und nachdem ich mir bei einigen Abfahrten erneut fast in die Hosen machte (was durch den braun-weißen Einteiler zwar gut kaschiert worden aber trotzdem uncool gewesen wäre), erreichte ich endlich nach knapp über 3 Stunden und mehr als 1100 Höhenmeter endlich wieder die Wechselzone. Aufgrund der Klick-Schuhe galoppiert ich über die Holzbretter zu meinen Radstellplatz. Als ich Dagmar einhängte und meinen Helm abnahm, verweilte ich kurz, klopfte ihr kurz auf den Lenker und bedankte mich, dass sie mich pannen- und unfallfrei durchgebracht hatte. :-)
Dann schaltete ich wieder auf Wettkampfmodus, packte meinen Run-Beutel und machte mich fertig für die Laufstrecke. 4 mal sollte der Walchsee umrundet werden. Ich versuchte auf den ersten Kilometern zu prüfen, ob ich unter 2 Stunden bleiben könnte. Wenn dann würde ich die MD unter 6 Stunden abschließen, was insgeheim schon mein Ziel gewesen war. Es klappte und lief die erste Runde unter 25min. Psychologisch finde ich Laufstrecken mit mehreren Runden immer super, da man sich so die Zeit gut einteilen kann und man immer wieder am Ziel mit den ganzen jubelnden Zuschauern vorbeifahren kann. Hier und da kam auch ein wohlwollendes “Lauf, St. Pauli”. Weiterhin sah ich sogar einem Mann mit Totenkopf-Pulli, der es wohl gar nicht glauben konnte, hier in Tirol einen braun-weißen Triathleten zu sehen und der mich bei jeder Runde immer wieder aufs Neue jubeln empfing. Ich sah auch die Leute von der gestrigen Pasta-Party wieder, die mich ebenfalls abfeuerten. Es lief wie am Schnürchen. Trotz einiger Schmerzen, lief ich nicht viel langsamer, obwohl das Bedürfnis ein paar Minuten zu gehen immer stärker wurde. Ab Nein! Schmerzen sind temporär, das Gefühl mich durchgebissen zu haben wird bleiben! Also weiter!
Die ersten 3 Runden lief ich wie gewohnt im FC St. Pauli Triathlon-Einteiler (meine Farben, meine Leidenschaft, mein Verein). Auf der letzten Runde holte ich dann mein Bike4Rights Shirts heraus, daß ich die ganze Zeit in der Hintertasche aufbewahrt hatte und streifte es mir über (mein Ehrenamt, mein Projekt, MEINE PARTY)! Ich gab noch mal alles, machte Laollawellen mit den Zuschauern und klatschte diverse Kinderhände ab. Dann sah ich das Veranstaltungszentrum, die Tennisplätze und meinen Campingplatz. Keine 200Meter trennten mich vom Ziel und ich war mir sicher, ich würde es unter 5:45h schaffen! Jubelnd und kreischend bog ich in die Zielkurve ein und verletzte mich 3Meter vor der Ziellinie doch noch! Ich fiel auf die Knie und ließ alles raus, bevor ich die Linie übertrat und auch schon von den Mädels samt Medaille und ohne Dirndl empfangen wurde, die mir gestern in letzter Sekunde mich einen Zeitmess-Chip besorgt hatten. Danach ging es zu Brezeln, Wurst, Käse, Gurken und Weißbier. Ich hatte es wirklich geschafft!!!
Nachdem ich meinen Street Wear Beutel entgegen nahm und mir ein Finisher-Shirt sicherte, der mich als “Triathlon-Bua” auswies, ging ich zurück zum Zeltplatz und nahm die beste Dusche meines Lebens. Einziger Wermutstropfen war, dass mein Zelt im Wind umgekippt war und der Inhalt (hauptsächlich Iso-Matte, Schlafsack und Taschen) mit Regenwasser voll gelaufen war. Ich versuchte einige Sachen mit dem Händetrockner auf dem Männer-WC zu trocknen, was semi gelang, aber egal.
Später aß ich noch in der Gaststätte des Campingplatzes eine Portion Wildgulasch mit Semmelknödel und machte mich dann auf Dagmar wieder abzuholen. Auf meinen Weg in die Wechselzone blieb ich kurz stehen und versuchte die Situation zu realisieren. ICH KLEINER TYP WAR IN TIROL UND HATTE GERADE HIER EINE TRIATHLON MITTELDISTANZ GEFINISHT!!! Ich streckte meine Arme in die Luft und schrie ein kurzes aber kräftiges “Whoooooo!!!” in den Abendhimmel über den Walchsee. Dann ging ich weiter, holte mein Zeug und Dagmar ab, gab meinen Leihchip wieder bei dem selben Mädel ab, von dem ich ihn gestern erhalten hatte, bedankte mich und packte beim Zelt angekommen alles wieder in die Taschen ein.
Morgen geht’s zurück nach Hause und dann heißt es:
BIKE4RIGHTS – MISSION ACCOMPLISHED!!!!!!

Epilog Teil 2 – Von Harburg zum Walchsee

01

Der Wecker klingelte um 6:00Uhr. Der Tag war gekommen. Ich hatte mir schon Ende 2012 vorgenommen, dass wenn ich es schaffen sollte, die Nordsee mit meiner Tour 2013 zu umrunden, ich meine erste Triathlon Mitteldistanz angehen würde.
Nun, ich hatte zwar damit gebrochen und bereits im April in knapp über 6Stunden die halbe Ironman-Distanz in Hannover-Limmer gefinisht, dennoch wollte ich den Wettkampf am Walchsee in Kaiserwinkle als Abschluss und Höhepunkt meiner 3 Jahre dauernden Reise feiern. Einer Reise, die über das Radeln hinausging. Es mag etwas hochgestochen klingen, aber diese drei Jahre haben aus mir vielleicht keinen neuen, dann aber sicher einen anderen Menschen gemacht. Jemand der nicht mehr so schnell Angst vor dem Neuen, dem Fremden, dem Unsicheren hat. Jemand der weiß, dass er noch unendlich viel zu lernen hat und begierig ist, noch viel zu sehen und kennenzulernen, der aber auch mit vielen, was er früher noch als belanglos erachtete, eine tiefe Zufriedenheit und ein großes Glücksgefühl empfindet. Eines dieser Glücksgefühle ist sicher der Sport, der mir früher nur als alljährlicher Leistungstest beim Sprintstart in Hamburg begegnete, aber nun nach meinen Beitritt zur entsprechenden Abteilung des FC St. Pauli zu einem festen Teil meines Lebens wurde: Triathlon. Diese Sportart hat mich befähigt die Nordseeumrundung ohne große körperliche Probleme (abgesehen von meinem Arsch ;-) ) zu bewältigen. Dazu verhalf sie mir aufgrund des Verlustes von 20Kg geballte Mickheit zu einem neuen Körpergefühl.
Darum ging es heute nach Tirol in Österreich. Bereits gestern packte ich meine Sachen und auch mein Rennrad “Dagmar” wurde in einer Fahrradtasche verstaut. Dann der Schock: In den Unterlagen las ich, dass die Startnummernausgabe bereits um 15Uhr schließt und der viel größere Schock war, dass ich meinen ChampionChip nicht mehr fand. Der Chip mit dem ich meinem ersten Marathon 2000 bestritt. In diesem Jahr lief ich mit selbigen Chip den ersten Marathon seit 8 Jahren…. im Elmo-Kostüm. ;-)
Danach verliert sich die Spur meines Chips, weshalb ich nicht mal mehr weiß, ob überhaupt meine Zeit genommen wird, sollte ich meine Unterlagen überhaupt bekommen. Puhhhh!
Pünktlich um 7 41h stieg ich in die Bahn nach Rosenheim ein, im Ungewissen, ob sich der Bahnbeamte über die große Fahrradtasche nicht etwas aufregen würde. Schließlich hatte ich dazu ja noch eine große Ortlieb Tasche und einen Rucksack. Darin waren Zelt, Schlafsack, Isomatte, Sportlerzeugs, Werkzeug und Klamotten. Als ich einen Platz neben einem jungen Mann in Unterhemd gefunden hatte, kam auch gleich die Durchsage, dass der Zug wegen einem “technischem Defekt” kurz in Harburg bleiben müsste. Das ging ja gut los. :-(
Nichtsahnend ging die Tür auf und  plötzlich standen zwei Bundespolizisten vor mir!!!
Als ich noch überlegte, was ich die letzte Zeit falsch gemacht haben könnte, schnappten sie meinen Sitznachbarn im Unterhemd. Der “technische Defekt” hatte wohl kurz zuvor in der Bahn randaliert und hatte keine Fahrkarte gehabt. Warum war er bei mir so still. War er etwa aufgrund meines “FCSP Box-Club Barracuda” – T-Shirts eingeschüchtert? ;-)
Es ging weiter…. 7Stunden lang nach Rosenheim. Ich las in meinem Buch, schickte noch einige Nachrichten und versuchte auch noch Kontakt mit dem Orga-Team des Triathlons herzustellen, um schon mal anzukündigen, dass ich einen Leihchip bräuchte und später kommen würde.
Ich erreichte schließlich Rosenheim und wartete auf meine Regionalbahn nach Kufstein. Ich bemerkte, das der Ort Oberaudorf um einige Kilometer näher am Walchsee liegt, also stieg ich hier aus. Ich stand um 16Uhr am Bahnhof und wollte schnell ein Taxi rufen, um so schnell wie möglich meine “Probleme” anzugehen. Kein Taxi in Sicht! Auf einem Schild standen 2 Taxi-Telefonnummern. Die erste wurde gewählt und eine unfreundliche Stimme sagte mir, dass er keinen Wagen zur Verfügung hätte. OK?!
Die zweite Nummer wurde gewählt. Auch hier die selbe Ansage! Anscheinend würde es ein Volksfest geben, weshalb alle Wagen im Einsatz wären. Das würde die Massen an gutaussehenden “Dirndl-Mädels” erklären, die den Bahnhof Rosenheim säumten und sabbernt die Regionen nehmen ließen. Was für Alternativen hatte ich? Laufen? Es waren 14Km. Dann wäre ich um halb 19Uhr da – die selbe Zeit bis die der letzte Rad Check-In  möglich wäre. Am Wettkampftag selbst, wäre kein Check-In mehr möglich!
Bus? Nein, denn der fuhr erst um 17:30h.
Also machte ich meine Radtasche auf, holte mein Werkzeug hervor und baute “Dagmar” zusammen, um kurze Zeit später, den (unter dem Gewicht der scheren Tasche plus dem Rucksack) wackligen Versuch zu wagen, aus eigener Kraft nach Kaiserwinkl zu fahren. Es gelang mir nach kurzer Zeit, die Taschen so über meine Schultern zu werfen, dass ich einigermaßen fahren und lenken konnte, ohne Gefahr zu laufen, an der nächsten Biegung umzukippen. Nach 5Km hing ich mich an einen Radfahrer dran, mit dem ich etwas schnackte. Das war so ablenkend, dass die Zeit schneller vorbei ging und ich schließlich den Walchsee erreichte. Sofort ging es zur Startnummernausgabe und ich konnte endlich mich der Taschen entledigen, die mir bereits etwas die Blutzufuhr der Arme abschnitten. Als langsam das Gefühl wieder in meine Fingerspitzen zurück kam, sagte man mir, dass die Frau, die die “Chipsache” macht, schon weg und es für einen Leihchip bereits zu spät wäre. Ich senkte mein verschwitztes Haupt. Doch plötzlich griff ein Madel im Dirndl ihr Telefon und rief: “Mama, wie mache wir desch mit de LeihChips?” Nach kurzer Zeit hatte ich einen Leihchip, musste dafür aber “als Strafe” für 10 Euro Lose für die Tombola zugunsten der Flutopfer kaufen. Naja, Taxigeld hatte ich ja gespart. ;-)
Dann ging es weiter zum Rad Check-In. Ich versuchte die Pedalkörbchen mit den ich hergefahren war, durch Klickpedale zu ersetzen. Ich hatte diese nur provisorisch angeschraubt, da ich natürlich einen 15er Maulschlüssel vergessen hatte. Da die Pedalkörbchen also nur leicht angedreht war, nahm mir das das Gewinde so übel, dass sich das rechte Pedal verkantete und nicht mehr zu lösen war. Noch verzweifelter, aber letztlich erfolgloser Suche eines 15er Maulschlüssels, half mir schließlich ein Mann, der etwas am Pedal rüttelte und es dann ab bekam. Yeah! Also konnte ich Dagmar einchecken und mit einer Plastikplane umhüllen. Danach ging es zum Campingplatz um schnell mein Zelt aufzubauen und dann ab zur Pastaparty. Da schnackte ich mit ein paar Leuten, wovon ein Mädel auch aus Hamburg kam und sie und ihr Freund morgen eine Staffel bilden würden. Der Papa von ihm war auch da und ein Triathlon Urgestein, blickte er dich auf über 15 jährige Erfahrung zurück. Nach der praktischen Lehrstunde, wie man ein alkoholfreies Weizen perfekt ins Glas füllt, zog ich mich noch vor Sonnenuntergang zurück, um meine Wettkampfbeutel für morgen zu packen. Als ich die Zelttür schloss, fing es augenblicklich an zu regnen und zusätzlich kommen wieder Zweifel: Hatte ich nach der Tour genug Regenerationszeit? Schaff ich das Schwimmen und das Laufen überhaupt, nach so langer Pause? Morgen um 9:25h werde ich es herausfinden…

(Deutsch) Epilog Teil 1 – Vorbereitungen auf Kaiserwinkl

2013-08-31 06.54.38

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Tag 28 – Von Osterbruch nach HAUSE

28e

Der letzte Tag letzten Reise von BIKE4RIGHTS im Liveticker…

6:15h
Weil “unsere Gastmutter” Doris schon früh zur Arbeit muss, sind wir aufgestanden, damit wir noch gemeinsam frühstücken können.

9:07h
Während Doris zur Arbeit muss, schnacken wir mir Reiner noch über Gott und die Welt. Super spannend, was er alles zu erzählen hat und auf welche Ideen ein bis gestern noch wildfremden Mensch einen in so kurzer Zeit bringen kann. Vielleicht kommen wir erst morgen wieder. ;-)
Nein, wir werden heute denke ich wieder nach Hause kommen und gleich die Zelte abbauen.

10:32h
Wir bauen die Zelte langsam ab und machen uns fertig.

11:19h
Wir reißen uns nach einem total schönen und inspirierenden Vormittag los, bedanken uns immens und machen uns auf den Weg nach HAUSE!

11:55h
Immer noch voller Dankbarkeit für die super Gastfreundschaft von Reiner, Doris und Ruby radeln wir unsere ersten Kilometer und erreichen Belum.

12:25h
Es geht los. Ich werde sentimental und rekapituliere die Ereignisse und Erfahrungen von 3 Touren durch 9 Ländern, mit einem Huhn und für die letzten 2 Wochen mit einem Wingman. Was nicht alles passiert ist….

12:39h
Wir erreichen den Landkreis Stade. Da es allerdings noch gut 25Km bis Wischhafen sind, ist es noch ein bißchen bis zur Stadt Stade.
Meine Morgenmüdigkeit nimmt langsam ab, ChrisBs Mittagsmüdigkeit nimmt zu. Mal sehen, wann meine Nachmittagsmüdigkeit einsetzt. ;-)

13:21h
Wir hatten uns entschieden fremd zu gehen und zunächst nicht auf dem NSCR zu fahren und den Elberadweg zu nehmen. Also radeln wir hier auf der Sommerdeichstraße Richtung Wischhafen.

13:42h
Malerisch erhebt sich das AKW Brunsbüttel neben uns auf der anderen Elbseite. :-(

14:22h
Beiße beherzt in einen Energieriegel und was hab ich on der Hand? Meinen Backenzahn resp. meine Krone. Naja, mein Zahnarzt ist ja in 60Km Luftlinienentfernung. ;-)
Hab e und die Wischhafen Elbfähre hinter uns gelassen und sind 20Km von Stade auf dem Elberadweg entfernt.

16:10h
Wit sind in Stade! Nach kurzem Flanieren durch die Altstadt stärken wir uns jetzt beim Bäcker für den letzten Teil der Reise!

17:08h
Wieder on the road. Altes Land, Digga: Wir kommen!

17:17h
Zu wissenschaftlichen Forschungszwecken, entnehmen wir eine Stichprobe aus der regionalen Apfelkultur (N=4)

17:54h
Sind im schwarzen Loch.
Irgendwie zeigt mein Navi die Hamburg Karte nicht mehr an, obwohl sie bei den Einstellungen angezeigt wird. Ab jetzt wird nur noch “die Macht” benutzt…..
…. und die Schilder Richtung Hamburg.

Noch 31Km!
PS: Astra ist schon gekauft! ;-)

18:05h
If you make it till there
You make it to Harburg too
It’s up to you!
JORK! JORK! JOOOOORK!

18:25h
Wir sind im KÖNIGREICH!

18:41h
Das Balkan Spezialitäten Restaurant ist angepeilt. Navi funktioniert wieder. Noch 21Km bist zum Abschieds-Festbankett!
:-)

19:10h
Das Hamburg Schild erreicht! Feierei mit Astrafrontäne und Umarmungen!… und ein paar Schlucke Bier blieb auch für uns über! ;-)
Jetzt kann nichts mehr schief gehen, denn wie eine alte römische Weisheit besagt: Alle Wege führen nach Harburg!

19:45h
Nachdem wir schon ne ganze Strecke gefahren waren, pfiff ich ChrisB zurück, weil mein Garmin einen anderen Weg anzeigte. Wir radelten zurück, aber blöderweise war diese Route ein Reiterweg mit Sand und Pflastersteinen. ChrisB ist einige Male ausgerutscht und war nicht amused! Aber wir wollen uns unser Essen ja verdienen. ;-)

20:14h
Wir erreichen die B73!
Wir sind fast da!

20:35h
WIR SIND DA!
Ab zum Balkan Restaurant und Räuberpladde essen!

20:37h
Erstes Bier und gebackenen Schafskäse bestellt.

20:41h
Zweites Bier bestellt. Gleich kommt die Räuberpladde.
Ich bin off! :-)

21:41h
Sämtliche Reißverschlüsse (ich meine ALLE!) sind am platzen. Mein ganzer Körper strömt einen zarten Knoblauchduft aus und ich bin leicht abgeschickert. Noch mit ChrisB alles Revue passieren lassen und gelacht. Gleich schwingen wir uns ein letztes Mal auf unsere Räder nach Hause!

22:35h
Nach schlangenlinienartigen Manövern zurück nach Hause kam dann doch der Moment des Abschiedes. ChrisB und ich fielen uns in die Arme und die BikeBro-Titanen gingen nach 2 Wochen gemeinsamen Seins auseinander.

22:45h
Erhielt von meinem guten Freund Nils, der sich die letzten Wochen um meine Wohnung samt Gerbils gekümmert hatte, meine Wohnungsschlüssel und fuhr endlich nach Hause.

22:48h
Ich packte ab, verstaute mein Rad im Keller und hievte meine Taschen in den dritten Stock.

23:01h
Das Duschwasser wurde schwarz!

23:35h
Sichere alle Bilder der Tour und beantrage das Zertifikat, dass mich offiziell als NORTH SEA CYCLIST ausweist! ;-)

00:48h
Mit einem Gefühl der tiefen Dankbarkeit geht der letzte Tag meines Radreiseprojektes BIKE4RIGHTS zu Ende!
An meinen Wingman ChrisB, der die Reise noch mal ein komplett neues Feeling gab,
an alle Leute, die für Amnesty aufgrund meines Projektes gespendet haben (oder das noch tun! :-) ),
an alle, die mir auf allen Kanälen Nachrichten schickten und mich somit angefeuert haben,
an meinen Körper, der nicht aufgab (insbesondere mein Arsch sei dabei besonders zu erwähnen!),
an mein Fahrrad/mein Huhn Camilla, welches nicht einen einzigen Platten hatte bzw. immer ein offenes Ohr für meine Verzweiflungsschreie bei den Bergen und bei Regen hatte ;-)
und an alle 6776,58 Kilometer, die mich stark verändert haben!
DANKE DANKE DANKE!

………………..doch, obwohl schon so viele Menschen gespendet haben, ist mein Spendenziel noch nicht erreicht. Also werde ich noch einmal nächstes Wochenende aufs Rad steigen…..und in den Neoprenanzug und die Laufschuhe! Ich melde mich nächste Woche aus Kaiserwinkle!

Tag 27 – Von Sehestedt bis Osterbruch

27

Die innere Uhr weckte mich, wie so oft, um 7Uhr. Es machte aber noch keinen Sinn aufzustehen, da der Tau noch viel zu nass auf dem Zelt lag. Dann lieber noch etwas chillen, den Puma ChrisB in seinem Käfig ruhen und die aufsteigende Sonne alles trocken legen lassen. So frühstückten wir um 8:30h und machten uns dann fertig den Wattenmeer – Campingplatz beim schwimmenden Moor von Sehestedt zu verlassen.
Da wir schlicht keinen Bock mehr hatten, alle Küstenausläufer des NSCR mitzunehmen und wohl möglich auch noch die Weser großflächig zu umfahren, fuhren wir querfeldein nordöstlich zur Weserfähre. Dort angekommen brachte uns diese gegen 12Uhr nach Bremerhaven, wo wir zunächst uns bei der Sparkasse Kleingeld holten (wir waren beide fast blank), noch mit einigen Leuten vom WWF schnackten und im Anschluss uns bei einem chinesischen Restaurant stärkten. Mit powerleckerem Reformhaus-Haselnuss-Riegeln ausgestattet ging es weiter Richtung Cuxhaven, um dort die letzte Nordseeküstenkurve zu nehmen. Danach würde es über die gute alte Elbe nur noch nach Hause gehen. Doch vorher ging es über hucklige Kies- und Sandwege Richtung Cux. Der ein oder andere Apfelbaum bzw. Brombeerstrauch stärkte uns auf dem Weg. Wir legten noch kurz eine Zwischenpause beim Marinefliegerstützpunkt in Nordholz ein. Nicht um gegen den Krieg zu protestieren, sondern um mal wieder spaßige Fotos zu schießen. Ein total netter Mit-Hamburger fotografierte uns bei der Nachstellung einer Spielfilmszene (Foto folgt).
Danach erreichten wir Cuxhaven und machten uns nach einem kurzen Einkauf in der Fußgängerzone auf in den Hafen, um von dort aus auf dem Elberadweg noch etwas an Harburg ranzukommen und morgen nicht wohl noch 150Km zu reißen. Doch die Uhr war schon fast 20Uhr, also wo schlafen??? Wir fuhren an einem Campingplatz vorbei, wurden aber von der Ballermann-artigen Musik abgeschreckt. So fuhren wir weiter, fanden aber keinen geeigneten Platz zu wildzelten. Drum fragten wir nach vergeblicher Suche einfach mal einen Mann, der in seinem Garten etwas arbeitete. Wir fragten ihn, ob wir vielleicht irgendwo auf seinem Grundstück oder nebenan campieren dürften. Er sagte gleich, dass wir gerne gleich neben der Terrasse unsere Zelte aufstellen könnten und bevor wir uns versahen, hatte Reiner alles frei gemacht, seine Frau Doris schon einige Kerzen auf- und Getränke auf dem Gartentisch bereitgestellt und schon saßen wir nach dem aufstellen der Zelte in gemütlicher Runde. Hund Ruby hieß uns auch herzlich willkommen :-)
Wir erzählten von uns, unserer Reise und Reiner und Doris erzählten auch von ihrem, für ChrisB und mich, spannenden Leben. Studiengänge, Umzüge, ein eigenes Kinder-Hilfswerk in Südafrika, dann eine eigener Hundefuttervertrieb, um sich gegen konventionelles Futter zur Wehr zu setzen… Es gab viel zu erzählen und zu erfahren, bis uns allen die Augen langsam zufielen und ChrisB und ich (ein letztes Mal!) in unsere Zelte gingen. Morgen haben uns Doris und Reiner noch zum Frühstück eingeladen und dann werden wir uns auf machen, die letzte Tagesetappe nach Harburg anzugehen – gleichbedeutend mit der letzten Etappe, um meine in 3 Urlaube aufgeteilte Reise um den ca. 6000Km langen Nordseeküstenradweg zu beenden….
Ich bin voller Dankbarkeit für den heutigen Abend und voller Vorfreude für den morgigen!
:-)

Tag 26 – Von Hilgenriedersiel bis Sehestedt

26

Ich wachte schweißgebadet um 10 vor 5 aus einem ganz bösen Alptraum auf. Ich versuchte danach noch etwas zu schlafen, aber es gelang mir nicht richtig, weshalb ich mich mit anderen  Gedanken versuchte abzulenken. Mit meiner zartesten Stimme weckte ich schließlich ChrisB und wir frühstückten in “unserem Wald”, bevor es wieder los ging. Zur Erinnerung: Ich hatte vor der Tour gedacht dass ChrisB und ich nur 900Km vor uns haben, bis wir wieder in Harburg sind. Wir hatten mal bei einem gemeinsamen Treffen per Google Maps die Route erstellt. Das diese natürlich den direkten Weg und nicht den über den Nordseeküstenradweg nimmt, war mir schon klar. Ich dachte nur nicht, dass dies viel mehr Kilometer bedeuten wurden. FEHLER, MICK!
Durch unsere Reisen an die Küsten plus die nach Antwerpen, haben wir jetzt schon zusammen über fast 1000Km zusammen! Darum machte ich mir den ganzen Tag Sorgen, wie wir auf der einen Seite Donnerstag Abend zu Hause sein und auf der anderen möglichst auf der offiziellen Strecke bleiben sollen. Diese Unsicherheit gepaart mit meiner “Art” wenn etwas nicht nach meiner Nase geht, hat ChrisB heute Nachmittag frontal abbekommen. Er hat diplomatisch reagiert und mir schließlich die Entscheidung überlassen, was wann, wohin, da es meine Tour wäre. Jedoch war das genau das was ich nicht erreichen wollte. Ich wollte nicht, dass er Mitläufer wird und sich meinem Stil / meinem Rhythmus beugen muss, um dann womöglich mit einem Gefühl der Erleichterung diese Tour zu beenden…
Vielleicht hätten wir vorher mal nen Wochenende unterwegs sein sollen, damit wir uns aufeinander einstellen können. ChrisB ist ein Phänomen: Er erträgt meine Meckereien und macht kurz danach wieder Witze und singt zu seiner MP3 Mucke, als ob er die beste Zeit seines Lebens hätte.
Ich habe nen tapferen Kumpel und nen großartigen Wingman, der mich sogar gegen Abend noch zieht, wenn ich beginne zu schwächeln.
Wir erreichten Wilhelmshaven. Die Stadt war ein Den Haag Effekt! ;-)
Wir fuhren weiter den Deichen entlang, passierten Varel und kamen nach 130Km schließlich in Sehestedt an und holten uns einen Zeltplatz direkt am Wattenmeer. Dort bekamen wir eine längst überfällige Dusche, eine kleine Wattenmeer Ausstellung und den (jetzt aber wirklich) schönsten Sonnenuntergang der Reise!

Die letzten 200Km haben wir nur Schafe und Deiche gesehen……. und Schafsausscheidungen. Damit wir alles noch rechtzeitig schaffen und ich mit einem normalen Blutdruck diese Reise beende, die vor 2 Jahren begann, werden wir morgen also nicht mehr den Jadebusen komplett umrunden, sondern querfeld ein nach Bremerhaven fahren und danach wieder auf dem NSCR nach Cuxhaven radeln. Danach noch etwas weiter Richtung Harburg, damit wir entspannt am frühen Donnerstag Abend nach Hause kommen und ich ChrisB noch ein Essen mit ordentlich Bier spendieren kann. :-)

Gedanke des Tages: Ich hab den besten Wingman von Welt!

Tag 25 – Von Steendam nach Hilgenriedersiel

25c

Der Tag an dem wir Deutschland wieder erreichen wurden fing mit einem bewölkten Himmel an. Wir bauten alles zusammen und machten uns ohne große Fruhstuckseinheit auf dem Weg. Schließlich müssen wir ab jetzt mindestens 100Km täglich fahren, um am Donnerstagabend wieder in Harburg zu sein. Darum waren wir schon gegen kurz nach 8Uhr unterwegs. Ich weiß nicht, ob es das (zu) leichte Frühstück war oder der frühe Start der Tagestour, aber unser Fahrradkoller zeigte sich schon ziemlich früh. Dieses Mal im Zitieren bzw. Summen von alten Kinder TV Serien. Da wir beide fernsehgestörte Kinder der 80er sind, war dies ein Kampf der Titanen! So wurde nichts ausgelassen: Saber Rider, Bravestar, Odysseus 31, Galaxy Rangers, The Raccons, Archibald, Fantastic Max, Thundercats, He-Man, She-Ra, Kimba, Heidi, und und und. Weiterhin philosophierten wir über die psychischen Auswirkung des Verlustes von Familienmitgliedern gleich in der Pilotfolge von Alfred J. Kwak, Sindbad und Marco. Bei den ersten kann es aber nach der Titelmusik nicht so schlimm sein, denn Alfred ist “so fröhlich, so fröhlich, so ausgesprochen fröhlich” und “was für ein Glück” doch Sindbad hat! Dennoch wussten wir nicht, ob Marco seine Mama am Ende wiedergefunden hat…..
Aber genug NERD-Talk. Lassen wir einfach mal stehen, dass man sich bei so einer Tour, egal ob alleine oder zu zweit, Gedanken über Sachen macht, über die man seit Jahren oder gar seit den Kindheitstagen nicht mehr einen Kopf gemacht hat. :-)
Nach einer kurzen Pause, war nach ca. 35Km die deutsch-holländische Grenze erreicht. Tschland hatte uns wieder!
Als wir uns ein wenig von der Grenze entfernten, bemerkten wir das auch der Himmel zweigeteilt zu sein schien. Die holländische Seite war blau mit einigen Wattewölkchen, die deutsche Seite war tief schwarz (Bilder folgen). Nach einer ausgedehnten Mittagspause bei Edeka, wo wir zunächst etwas irritiert waren, wieder mit Moin begrüßt zu werden und nicht mehr selbst englisch sprechen zu müssen, zogen wir nach heftigen Donner schon mal profilaktisch unsere Regenklamotten an, bevor wir zur Fähre nach Ditzum die uns nach Petkum bringen sollte, fuhren. Keine Sekunde zu spät, denn danach kam das stärkste Gewitter mit dem heftigsten Niederschlag der gesamten Reise runter. Glück im Unglück war, dass der Großteil der Zeit im Wertebereich der Fähre bzw. auf der Fähre selbst verbracht wurde. In Petkum angekommen, radelten wir immer noch im strömenden Regen Richtung Emden, denn wir bzw mir ist es ja wichtig auch wirklich die Strecke des Nordseeküstenradwegs zu fahren und der führt nun mal nicht direkt in die Heimat nach Hamburg, sondern halt an der Nordseeküste entlang. Also fuhren wir weiter, bis plötzlich ein Schwertransporter die gesamte Straße blockierte und wir zunächst nicht weiter kamen. Doch irgendwann schlängelten wir uns neben dem Laster vorbei. Mit einem spartanischen “Awuff” ging es weiter Richtung Küste und kurz vor Hilgenriedersiel zwischen zwei Weizenfelder erblickten wir einen kleinen Waldabschnitt, indem wir dann unsere Zelte, bei mittlerweile trockenen Wetter, aufstellten und es uns gemütlich machten. Hierzu bereiteten wir unser zu 75 Prozent…. sagen wir mal zu fahrradmundraub beschafftes Essen. Bevor wir die Grenze passierten kamen wir noch an Feldern mit Speisezwiebeln, Kartoffeln und Rüben vorbei, bei denen wir ein paar Exemplare mitnehmen und sie uns im Gaskocher in Bratkartoffeln verwandelten. Die Rübe, von der wir nicht ganz sicher waren was für eine sie genau war, knabbern wir dazu. Mega leckeres Essen eines super krassen Tages.
Ich habe noch etwas Bedenken, ob wir alles rechtzeitig bis Donnerstag schaffen. Auf dem North Sea Cycle Route dauert es wohl alles etwas länger, was bedeutet, dass wir wohl nicht gerade tiefenentspannt nach l Hamburg kommen, sondern wohl einiges an Kilometer strampeln müssen…….

Song des Tages: Aufgrund des frühen Aufbruchs und weil es der erste Song des Tages war: “The wake-up” von How To Destroy Angels

Tag 24 – Von Lauwersoog bis Steendam

24c

Heute ist Sonntag. Der Sonntag der wogentlich unser Ruhetag hätte sein sollen. Das wir uns aber gestern für unseren Verbleib in Lauwersoog schon um die Mittagszeit entschieden hatten, gingen wir es heute etwas ruhiger an und hatten ungeachtet unseres Fressflashs von gestern ein doch opulentes Sonntagsfrühstück aus im Gaskocher gebackenes Brot mit Selleriesalat, Müsli mit Schokimilch und Honigmelone. Wir hatten auch keine Eile, denn es goss aus Kübeln! Als es etwas aufklarte, packten wir alles zusammen und machten uns auf dem Weg nach Groningen. Dabei stellten wir fest, dass unser täglicher Fahrradkoller immer früher auszubrechen scheint. Also redeten wir wieder großen UnfuCH zusammen und schossen die blödesten, peinlichsten Fotos. Trotzdem gaben wir Gas dabei und erreichten zum nächsten starken Regenschauer gegen halb 3 das Stadtzentrum.
Irgendwie hatten wir dann keine große Lust und die Stadt anzusehen, da bei dem Wetter alles aussah wie Bäh! Dennoch taten wir etwas für unsere Beinmuskulatur (wird ja sonst nicht beansprucht) und bestiegen die 370 Stufen des Martinskirchturms. Danach ging es ab den holländische traditionellen Kebap auszuchecken. Frisch gestärkt führen wir weiter Richtung Grenze, doch gegen 18Uhr fanden wir kurz vor Steendam einen kleinen Strand und eine dahinterliegende Grünfläche, wo wir unsere Zelte aufstellten. Zunächst deuteten einige Tropfen an, dass wir ins beeilen sollten, bevor der dritte Schauer nieder ging. Doch als wir beide Zelte aufgestellt hatten, verschwanden alle Regenwolken und bei herrlichen Sonnenschein aßen wir unser letzten Pestonudeln auf holländischen Boden. Zum Abschluss gab es den schönsten Sonnenuntergang der diesjährigen Reise.

Gedanke des Tages: Morgen fahren wir über die Grenze nach Deutschland. Von da aus fahren wir nicht den direkten Weg über Bremen sondern natürlich auch hier geht es zunächst weiter nach Norden zum Nordseeküstenradweg. Langsam fange ich schon an die Reise bzw. alle Reisen auf dem North Sea Cycle Route Revue passieren zu lassen. Was ich alles erlebt habe, wer ich damals war, wer ich jetzt bin, was ich noch erleben will. Wie bei allen Reisen würde ich nichts dagegen haben auch noch weiter zu fahren. Mein Zuhause (mein Zelt) und ein guter Freund sind ja immer dabei. :-) Aber natürlich freue ich mich auch auf meine andere Wohnung, auf Familie und Freunde. Noch 4 Tage, dann ist diese Reise, dieser wichtige Lebensabschnitt vorbei……